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Endlich Nichtraucher?

Rauchen macht abhängig ©sepp spiegl

Rauchen schadet in jedem Fall

Loskommen vom Rauchen, endlich einmal sich selber „Nein“ sagen! Wie viele Menschen haben dies wie oft schon versucht?! Mit andauerndem Erfolg die einen, immer wieder rückfällig werdend ungezählte andere. Insgesamt 217,6 Milliarden Zigaretten wurden 2010 in Deutschland hergestellt. Alle aneinandergelegt, würden sie den Äquator 434 Mal umrunden. In Big-Pack-Schachteln mit je 25 Zigaretten verpackt und auf der Rasenspielfläche eines Fußball-Bundesligastadions aufgestapelt, würde sich ein Gebäude türmen, das den Kölner Dom um elf Meter überragte.

Rauchen ist kein Verhaltensprodukt der Neuzeit. Es hat eine Jahrtausende alte Tradition – als Kulthandlung, religiöser Brauch, rituelles Stimulans, gesellschaftliches Ereignis mit Genusscharakter. In vielen Kulturen rund um den Erdball wurden wundersame, „heilige“, nicht zuletzt berauschende Kräuter von Priestern auf einem offenen Feuer verbrannt. Der Rauch sollte so die Versenkung der Menschen in sich selbst und das Hinübergleiten in Trance verstärken. Nach seiner Entdeckung Amerikas brachte Kolumbus den noch heute verarbeiteten Tabak mit nach Europa.

Ob Tabak, Zigaretten oder Zigarren – trotz aller gesundheitlichen Warnungen, ungeachtet auch sämtlicher politischen und ideologischen Kampagnen, ja selbst unbeschadet der vorwurfsvollen Blicke aus der Umgebung ist der Griff nach dem  Rauchkraut nach wie vor ziemlich ungebremst.  Dabei ist die schädliche Wirkung des Nikotins längst unumstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass ein Raucher statistisch eine um etwa 25 Jahre geringere Lebenserwartung gegenüber einem Nichtraucher hat. Auf einer „Hitliste“ von Verstößen gegen das körperliche Wohlergehen bezeichnet die Genfer UNO-Einrichtung das Rauchen zusammen mit „Übergewicht“, „Bewegungsmangel“ und „Alkohol“ als das „diabolische Quartett“.

Der wichtigste Inhaltsstoff der Zigarette ist das Nikotin

Nikotin ist heute als Droge eingestuft © sepp spiegl

Nicotin (oder auch: Nikotin), benannt nach dem französischen Diplomaten Jean Nicot (1530 – 1604), ist ein Alkaloid, das vorwiegend in der Tabakpflanze und in geringerer Konzentration auch in anderen Nachtschattengewächsen vorkommt. Nicot hatte während seiner Zeit als Gesandter in Lissabon das Kraut dem französischen Hof als wahres Wunderheilmittel empfohlen. Erstmals aus der Pflanze isoliert wurde das Alkaloid 1828 von den Heidelberger Chemikern Karl Ludwig Reimann und Christian Wilhelm Posselt. In der ganzen Tabakpflanze hat Nikotin  einen Massenanteil von fünf Prozent, etwa zwölf Milligramm. Nikotin ist heute als Droge und als starkes Nervengift eingestuft, das an bestimmten Zellen im Gehirn sehr schnell andockt und dort die Freisetzung von „Botenstoffen“ auslöst, was den entspannenden, aber auf Dauer süchtig machenden Effekt erzeugt.

Rauchen kann den Tod herbeiführen © sepp spiegl

In einer Zigarette befinden sich mehr als 3800 chemische Verbindungen, die meisten lungengängige Feinstaubpartikel. Über 200 davon sind giftig,  mindestens 40 krebserregend. Diese Mischung ist extrem gefährlich: Die giftigen Substanzen lenken manche der körpereigenen Entgiftungsmechanismen ab, während die reizenden Stoffe die Selbstreinigung der Lunge verschlechtern. Die krebserregenden Stoffe können dadurch fast ungehindert in die Lunge eindringen und auch dort bleiben. Nachfolgend werden einige der wichtigsten Inhaltsstoffe erwähnt und beschrieben.

 

Substanz                                                            Gesundheitliche Auswirkungen

Nikotin                                                                  Sucht (erzeugt Abhängigkeit)

Reizgase (4000)                                                 chronische Bronchitis/Krebs auslösend

Teerstoffe (40)                                                     Krebs auslösend

Kohlenmonoxid (CO)                                         verminderter Sauerstofftransport

 

 Warum ist es trotzdem so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören?

Rauchen löst in relativ kurzer Zeit eine breit gefächerte Abhängigkeit aus: Das Nikotin wird innerhalb weniger Sekunden aus den Atemwegen in die Blutbahn aufgenommen und gelangt so ins Nervensystem des Gehirns. Dort sitzen so genannte nikotinerge Rezeptoren, die für die Übermittlung von Botschaften der Gehirnzellen untereinander zuständig sind. Wenn sich nun das Nikotin aus der Zigarette an diese Rezeptoren bindet, werden vor allem Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet. Hierdurch entsteht ein Wohlgefühl, das den Wunsch auslöst, möglichst schnell mit weiteren Zügen diesen Effekt zu erhalten oder ihn wiederherzustellen. Die logische Folge: Sucht und Abhängigkeit.

Rauchen ist out – wirklich?

Gewiss, vorbei die Zeiten, in denen in großen Anzeigen mit dem Spruch „Ja, ich rauche gern!“ geworben wurde. Dass insgesamt tatsächlich weniger Menschen zum Glimmstängel greifen als früher, liegt sicher auch an den immer höheren gesetzlichen Hürden für die Hersteller, in erster Linie aber wohl an den massiven Steuer- und damit Preiserhöhungen für Tabakprodukte. Die Industrie darf schon lange nicht mehr werben, wo sie will, der Raucher den blauen Dunst seiner Kippe meist nur noch dort in die Luft blasen, wo es kalt und regnerisch ist – also draußen.

Der kanadische Epidemiologe Prabhat Jha vom Center for Global Health Research in Toronto und sein Team untersuchten die Daten von mehr als 113.000 Frauen und 88.000 Männern, die zwischen 1997 und 2004 zu ihrer Gesundheit befragt worden waren. In der Altersgruppe von 25 bis 79 Jahren war bei den Rauchern das Risiko, im untersuchten Zeitraum zu sterben, dreimal so hoch wie bei lebenslangen Nichtrauchern, berichten die Studienautoren im „The New England Journal of Medicine“.

Links eine gesunde Lunge, rechts eine Raucherlunge
© sepp spiegl

Kamen die Raucher rechtzeitig vom Nikotin los, erhöhte sich ihre statistische Überlebenswahrscheinlichkeit dramatisch: Wer es zwischen 25 und 34 Jahren schaffte, gewann im Schnitt zehn Jahre hinzu, bis zum 44. Lebensjahr immer noch neun Jahre. Selbst wer erst mit bis zu 54 Jahren das Rauchen aufgab, lebte statistisch sechs Jahre länger. Das sei allerdings, betonen die Mediziner energisch, kein Freibrief, bis zum 40. Geburtstag zu rauchen und dann aufzuhören. Ein solches Verhalten sei alles andere als sicher, denn es bleibe ein erhöhtes Risiko: Einer von sechs Rauchern, die erst mit vierzig Jahren zum Nichtraucher werden, sterbe vor dem 80. Geburtstag an den Folgen des Tabakmissbrauchs. Ein lebenslanger Nichtraucher habe demnach gegenüber einem Raucher eine doppelt so hohe Chance, seinen 80. Geburtstag zu feiern. Durchschnittlich sterben Raucherinnen elf Jahre und Raucher zwölf Jahre früher als lebenslange Nichtraucher.

Was sind die Vorteile des Aufhörens?

  • Aufhören mit Rauchen verschafft sofort Vorteile.
    • Innerhalb von 20 Minuten gehen Blutdruck und Herzschlag zurück.
    • Innerhalb von 2 Stunden entspannen sich die Bronchien, wodurch das Atemholen leichter geht und die Lunge mehr Luft aufsaugen kann.
    • Innerhalb von 8 Stunden sinkt der Kohlenmonoxidgehalt des Blutes auf den Normalwert und steigt der Sauerstoffgehalt auf den Normalwert.
    •  Innerhalb von 24 Stunden nimmt das Risiko für einen Herzanfall ab.
    • Innerhalb von 48 Stunden beginnen beschädigte Nervenenden wieder zu wachsen, so dass Geruchs- und Geschmacksinn besser werden.
    • Nach 1-3 Monaten verbessert sich der Blutkreislauf; die Lunge steigert Ihre Leistung um ein Drittel.
    • Nach fünf Jahren hat sich das Lungenkrebsrisiko halbiert.
    • Nach 10 Jahren ist das Lungenkrebsrisiko normal.

 

FAZIT

PRO: Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen.
(Winston Churchill)

CONTRA: Die Raucher vernebeln nicht nur die Luft, sondern meist auch ihren Geist, und so kann man leichter mit ihnen fertig werden.
(Konrad Adenauer)

Einwand: So groß die Anstrengungen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene auch sind, durch optische Warnungen (z. B. abschreckende Abbildungen auf Zigarettenschachteln) oder Werbe-Einschränkungen auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen – ein Fragezeichen bleibt doch und mindert für viele Konsumenten von Tabakwaren die Überzeugungskraft dieser Aktivitäten. Nämlich: Wenn Rauchen tatsächlich derartig die Gesundheit schädigt (was es ohne Zweifel tut), dann müsste doch als Ursache das Produkt verboten werden. Wenn aber Tabak, Zigaretten und Zigarren ganz legal ver- und gekauft werden dürfen – dann sollten sie mithin  auch ganz normal beworben werden können. Die Fragwürdigkeit der gegenwärtigen Rechts- un Wirtschaftslage wird jedoch darin sichtbar, dass der Staat über die Tabaksteuer einerseits kräftig mit verdient, sich auf der anderen Seite aber durch bestimmte Handelserschwernisse (Werbung) ein gutes Gewissen zu verschaffen sucht.

 

Sepp Spiegl

 

Hilfe für Raucher bietet die Internet-Plattform „ExSmokers“. Sie bietet ein kostenfreies Programm an, um Menschen bei ihrem Wunsch mit dem Rauchen aufzuhören, zu unterstützt.

Unter http://www.exsmokers.eu/de-de/icoach kommt man auf die Plattform. Sie wird in allen 23 Amtssprachen der EU angeboten. iCoach ist nachweislich effektiv. Über 30 % der Teilnehmer von iCoach hören mit dem Rauchen auf.

 




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