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Schrothkur am Hochgrat

Mit Schrothkur gegen erhöhten Blutzucker in Oberstaufen

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Johann Schroth

Seit 65 Jahren ist die Fasten-Schrothkur in Oberstaufen heimisch und hat schon viele anerkannte Heilerfolge erzielt. Die neuesten Untersuchungen an Urlaubsgästen belegen, dass die fast 200 Jahre alten Lehren des schlesischen Bauern und Naturarztes Johann Schroth hervorragend gegen Diabetes Mellitus wirken, obwohl es zu Schroths Lebzeiten noch keine nennenswerten Blutzuckerkrankheiten gegeben hatte. Aus der Heilung einen munteren Erholungsurlaub zu machen, ist im Allgäuer Schroth-Kurort kein Problem.

Die Zimmertür öffnet sich leise, eine angenehme Frauenstimme flötet „Guten Morgen, heute beginnt Ihre Schrothkur. Hier ein Tässchen Tee und eine Scheibe Knäckebrot. Ich komme gleich wieder.“ Nein, es klingt nicht bedrohlich, obwohl man vorher schon einige Gedanken an die feuchten Schrothkur- Wickel morgens um vier Uhr verschwendet hat. Eva, die sportlich-schlanke blonde Mittvierzigerin aus Tschechien, ist seit zwanzig Jahren als „Packerin“ in Oberstaufen.

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Eingewickelt in feuchte Tücher und warme Decken
© 2013 Oberstaufen Tourismus

Am ersten Tag ist es ein bisschen ungewohnt, in feuchte Tücher mit warmen Decken darüber eingewickelt zu liegen. Aber Schroth hatte schon 1823 recht: Als ihn sein Pferd ans Knie trat, gab ihm ein Mönch den Tipp, die Wunde täglich mit feuchten Tüchern zu umwickeln,und es half, Schroth musste nicht unters Messer. Heute wissen wir es genauer: die Körperfunktionen beginnen zwischen vier und fünf Uhr morgens ihren Tagesdienst, die Leber, die Nieren, die Milz, der Stoffwechsel.

Eingewickelt schwitzend bis zur Halskrause, die Notfallklingel in der Hand, döst man, über den Belastungsurlaub für die Organe zu sinnieren, um sich nach zwei Wochen wie neugeboren zu fühlen. Dabei entwickelt der Körper in den anderthalb Stunden morgens viel Eigenwärme, die einen ordentlich ins Rausschwitzen bringt… „Das hat eine ganz andere Wirkung auf den Entgiftungs- und Entschlackungsprozess. als die Sauna“, erklärt die Schrothkurärztin im Hotel Concordia, Vera Brosig. Ihr Schwiegervater Hermann Brosig, begann nach der Vertreibung aus Schlesien 1947 mit den gesammelten Erfahrungen des Naturarztes Johann Schroth gegen viele Skeptiker im idyllischen Alpenörtchen Oberstaufen einen Neuanfang. Bis heute ist es der einzige anerkannte Schrothkurort, der die alten Regeln an neuen Erkenntnissen ausrichtet, um die vielen Zipperlein der Kurgäste auszubügeln: Rheuma, Arthrose, Migräne, Gelenkschmerzen , Durchblutung, Herzkrankheiten und vieles mehr. Die relativ junge Zivilisationskrankheit Diabetes Mellitus, an der bereits über sechs Millionen Bundesbürger leiden, wird Oberstaufen nun zum neuen Mekka der Zuckerkranken machen, da nun wissenschaftlich der Erfolg nachgewiesen ist.

Enzianhütte

Die königlich Bayrische Enzianhütte

Oberstaufen liegt am Rand des Allgäuer Alpenkamms, am Fuß des gut 1800 Meter hohen Hochgrats. Von dessen Gipfel hat man einen grandiosen Blick über Österreich bis zu den Schweizer Gletschern, auch wenn man mit der Bergbahn aufsteigt. Seit vielen Jahren hat der Kurort seinen Ruf weg als fideles Örtchen, wo Wein, Lieb‘ und Gesang nicht gerade fremd sind. Unten an der Weissach-Mühle liegt etwa die ,Enzianhütte‘, benannt nach dem Gebirgsschnaps, wo in den 70er Jahren die Fussballstars des FC Bayern, der Uli Hoeneß und der Gerd Müller , mit dem Helikopter nach dem Spiel eingeflogen sind, um sich feuchtfröhlich zu entspannen.

Das ist bis heute das Besondere an der Schrothkur: lustige schlanke Gastgeber und trotz Schonkost relativ gutgelaunte und beschwingte Urlaubsgäste. Die Entbehrungen und Anstrengungen des Schroth’schen Gesundwerdens werden durch kleine Genüsse, die der Therapie dienen, erleichtert. Neben dem Bewegungshunger, der  morgens durch Gymnastik und Wasserturnen und nachmittags durch leichtes Wandern gestillt wird, gibt es abwechselnd Trockentage und Trinktage. Ein Wacholderschnaps mit Grapefruit am Trockentag und trockener Weisswein zum Trinktag beschwingt den Kuraufenthalt nicht nur bei Diabetesgeschädigten. Aber gemach: man muss keinen Alkohol trinken, die Schrothkur wirkt auch mit Tee und Wasser.

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Die Schrothkur wirkt auch mit Tee
© 2013 Oberstaufen Tourismus

In zwei Wochen nimmt man im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Prozent des Körpergewichts ab. Die überhöhten Blutzuckerwerte reduzieren sich häufig um mehr als ein Drittel und bewegen sich flott Richtung Normalpegel. Die Wirkung der Schrothkur hält nach ersten Auswertungen oft ein halbes bis zu einem Jahr an, Medikamente können nach ärztlicher Diagnose oft weggelassen oder stark verringert werden. „Die Entgiftung durch die feuchten Wärmewickel“, bestätigt Dr. Vera Brosig, „sorgt für einen Abtransport früherer Medikamentenrückstände.“ Entfetten, entschlacken , entwässern, entgiften und dazu noch die Rohrreinigung der Adernwände. Nur mit Wasser, Wärme, Bewegung und kleinen gegarten Gemüseportionen ohne Salz, aber adrett und überschaulich angerichtet zum Kurwein.

„Wir ham alles hier,, a wunderbare Gegend, Ski im Winter, Wandern und E-Bikes im Sommer, aktiv oder entspannt,“ strahlt die gebürtige Oberstaufnerin und Chefin des Hotels Concordia, Nicole Blechinger. Hier werden auch viele Lehrlinge ausgebildet, auf zwei Gäste kommt ein Angestellter. „Da muss niemand auswandern im Ort, es gibt genug zu tun.“

Kein Wunder, dass die Schrothkurgäste oft zehn, zwanzig Jahre alljährlich zur ,Generalüberholung‘ nach Oberstaufen kommen. Doch mittlerweile hat auch die Generation ,Fit- und Wellness‘ der 40- bis 60-jährigen, den gesunden Zauber der sanften Entbehrungen auf Zeit entdeckt, um von Diabetes, Burnout und Infarktrisiken weg zu kommen.

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Wandern über die Berge bei Oberstaufen
© 2013 Oberstaufen Tourismus

Dabei sind die Kosten für den Schroth-(k)urlaub überschaubar: Zwei Wochen mit Verpflegung und allen Sportangeboten kosten zwischen 950 € und 1.800 € pro Person. Die vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen zu Beginn und am Ende des Urlaubs kommen noch dazu, rund 90 €. „Wer sich die Strümpfe nicht mehr anziehen kann, ist schon Pflegestufe eins!“ ruft die Sportlehrerin Heike morgens im Schwimmbad bei der leichten Wassergymnastik den Senioren zur Motivation zu. Und das wirkt, alle strampeln wie aufgedreht. Und nachmittags ? Nach dem Motto „Auch kleine Wanderungen haben große Wirkung“ werden viele Wege angeboten – nie ohne gemütliche Einkehrmöglichkeit in diverse Wirtshäuser mit Wasser und Kurwein auf der Speisekarte. Und abends für die Nimmermüden eventuell zum Tanz, um den Appetit aufs Dessert zu verdrängen …

 

Heinz Suhr


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