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Paulette

Paulette – Drogenoma mit 80

Starker französicher Film von Jérôme Enrico

Bernadette Lafont als Drogenoma Paulette

Die 80-jährige Paulette (Bernadette Lafont) ist ein böser alter Drachen und eine ausgemachte Kratzbürste. Nach dem Tod ihres Mannes hat die Gastronomin und Konditorin ihr Restaurant verloren und fristet nun ihr Dasein in einem zwielichtigen, schäbigen Pariser Vorort. Der einzige Besucher, den sie noch hat, ist der Gerichtsvollzieher. Sie ist zornig und verbittert, kämpft an allen Fronten und läßt ihren Frust über ihr erbärmliches Dasein vor allem an ihrer Tochter Agnès (Axelle Lafont), ihrem Schwiegersohn Ousmane (Jean-Baptiste Anoumon) und ihrem kleinen Enkel Léo (Ismae Dramé) aus.

Als ihr eines Abends ein Päckchen Marihuana buchstäblich in den Schoß fällt, beschließt Paulette ihrer Geldmisere ein Ende zu machen. Sie wird Drogendealerin und vertickt Cannabis im Dienste des lokalen Großhändlers Vito. Plötzlich hat Paulette Geld und beginnt zusammen mit ihren alten Freundinnen Hasch-Kekse zu backen, die weit über ihre Vorstadt hinaus Kunden anlocken. Aber dann werden die Polizei und die russische Mafia auf sie aufmerksam…

Auch wenn in dieser Komödie vieles unwahrscheinlich ist, gelingt es den Filmemachern doch die triste Lebenswirklichkeit einerseits realistisch darzustellen, aber sie andererseits auf phantasievolle Weise zu durchbrechen, oft mit schwarzem subversiven Humor. Grandios agiert die Hauptdarstellerin, die mittlerweile 74-jährige César-Preisträgerin Bernadette Lafont, die es meisterhaft versteht der Figur der Paulette alle Nuancen dieser vielschichtigen Persönlichkeit zu verleihen.

Wie in einigen französischen Filmen der jüngeren Vergangenheit, etwa in der Komödie „Sag, dass Du mich liebst!“ oder im Publikumsrenner „Ziemlich beste Freunde“ ist das Grundthema auch hier die Versöhnung über soziale und ethnische Barrieren hinweg. Die Geschichte ist grotesk, und bizarr, aber die Situationskomik verhindert einen allzu bitteren Nachgeschmack. Auch wenn die melancholischen Untertöne nicht das klassische Komödien-Gefühl aufkommen lassen, sollte man diesen pfiffigen Film nicht verpassen.

Der Film ist witzig, aber nicht ausgelassen, bittersüß und leicht schwermütig und gibt den deutschen Zuschauern einen Einblick, mit welchen Problemen unsere französischen Nachbarn zu kämpfen haben.

Sehr empfehlenswert!

Kinostart: 18.07. 2013

Ursa Kaumans

   Der Trailer zum Film:




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