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Oskar Schindler – Schindler´s List

Oskar Schindler

Oskar Schindler, der erfolgreiche Kriegsgewinnler und Nazi mit goldenem Parteiabzeichen, beschäftigt 1943 in seiner Deutschen Emaillewarenfabrik in Krakau neben polnischen Arbeitskräften auch mehr als 800 jüdische Männer und Frauen. Im Herbst 1944 verlagert Oskar Schindler in einer gigantischen Anstrengung seine Fabrik von Krakau nach Brünnlitz und rettet dadurch mehr als 1000 jüdische Männer, Frauen und Kinder vor Todesmärschen oder der Ermordung in Ausschwitz.

Steven Spielberg präsentiert Oskar Schindler als Kriegsgewinnler und Lebensretter in seinem filmischen Meisterwerk „Schindler´s List“ und bewahrt ihn dadurch nicht nur vor dem Vergessenwerden, sondern macht ihn zum Symbol für mitfühlende Menschlichkeit und zupackende Zivilcourage.

So schlimm er war, so gut war er

In seiner Rede zum Holocaust Gedenktag am 27. Januar 1998 im Deutschen Bundestag sagte Jehuda Bauer: „Oskar Schindler … war nicht nur ein Parteimitglied, sondern auch ein Agent der Abwehr, ein Schürzenjäger, ein Alkoholiker, ein rücksichtsloser Ausnützer, ein Lügner. Und dann rettete er über tausend Menschenleben, unter Gefährdung seiner Person. Er schleppte persönlich schwerkranke und sterbende jüdische Arbeitssklaven aus einem frierenden Zug um zu versuchen, ihr Leben zu retten. Er musste es nicht tun. Aber er tat es. Er fuhr nach Budapest, um die Juden dort vor dem Holocaust zu warnen.; er musste es nicht, aber er tat es. Warum ? Weil er ein Mensch war; und so schlimm er war, so gut war er“.

Spielbergs Film kam vor über 20 Jahren in die Kinos. Zahlreiche Biographien und Dokumentation erschienen seither.
Werner Schneider, Studiendirektor an einem Gymnasium in Sankt Augustin (Rheinland) hat im Siegburger Bernstein-Verlag ein kompaktes Büchlein vorgelegt, welches ein Substrakt seiner Dissertationsschrift zum Dr. phil. ist. Der Autor analysiert den Spielberg-Film vor dem Hintergrund der damaligen historischen Realität und anhand der heute verfügbaren Quellenlage. Er zeigt Abweichungen auf zwischen der Realität und der filmischen Fiktion. Und er arbeitet heraus – ohne unnötige Längen für den Leser – wo sich im Film solche Abweichungen oder auch Glättungen jenseits der Faktenlage zeigen. Solche erklärt er kritisch wie auch plausibel auf der Grundlage der Motivationspsychologie des Filmemachers sowie im Hinblick auf die ursprüngliche Zielgruppe des Films, dem amerikanischen Publikum, welcher Spielberg zwecks Realisation seines Filmes Rechnung zu tragen hatte.

Für Cineasten wie für den geschichtsinteressierten Leser ist Werner Schneider ein kleiner Leckerbissen gelungen.

Dietrich Kantel                          Titelfoto: Oskar Schindler

 

Werner Schneider „Oskar Schindler Steven Spielberg“
(Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt)
Bernstein-Verlag, Gebr. Remmel 2016
ISBN 978-3-9454426-24-1

 




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