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Putzhilfe, Bombe und Königsklau

„Die Analphabetin…“ – ein neuer Hit von Jonas Jonasson

Jonas Jonasson landete einen Hit mit seinem ersten Buch über den wunderlichen Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Allein in Deutschland wurde es meh als zwei Millionen Mal verkauft.

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Jonas Jonasson

Da durfte man gespannt sein, ob sein zweites Werk, „ Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ebenso erfolgreich und humorvoll unterhalten kann, wie das Erste. Die Konstruktion des neuen Oevres zeigt viele Ähnlichkeiten mit seinem Vorgänger. Und der Verlauf der Geschichte erinnert in zahlreichen Episoden an den Hundertjährigen.

Ausbruch aus Soweto

Die Analphabetin Mombeko, ein schwarzes Mädchen aus den Slums von Soweto, ist mit einem außerordentlichen Rechentalent gesegnet. Sie steigt mit 14 Jahren, wegen ihrer Rechenkünste, schnell von der Latrinentonnenträgerin zur Chefin der Latrinenverwaltung auf. Doch wegen Aufsässigkeit schnell entlassen, sucht sie eine bessere Zukunft in Johannesburg. Überwältigt von der bunten Stadt, wird sie auf dem Bürgersteig von einem betrunkenen Ingenieur angefahren. Doch zur Zeit der Apartheid trägt sie als Schwarze die Schuld an dem Unfall und muss dem Ingenieur als Putzhilfe dienen.
Doch auch hier erklettert Nombeko schnell die Erfolgsleiter und wird wissenschaftliche Mitarbeiterin ihres stets alkholisierten Herrn, der am südafrikanischen Atomwaffenprogramm arbeitet. Zur Seite stehen ihr drei Chinesinnen, die auf das Fälschen von Kunstwerken und Vergiften von Hunden spezialisiert sind. Das Tempo im Buch nimmt zu. Sie flieht aus Südafrika nach Schweden (im Gepäck eine überzählige Atombombe) und trifft dort auf die Zwillingsbrüder Holger und Holger, die bis auf den identischen Vornamen unterschiedlicher kaum sein könnten. Der kluge und freundliche Holger verliebt sich in Nombeko und sie in ihn, während der zweite Holger sich in eine junge Wilde namens Celestine verguckt.

Die Welt steht am Abgrund
An der Atombombe ist aber der israelische Geheimdienst brennend interessiert. So kommt, was kommen muss: Etliche Protagonisten verlieren auf sehr kreative Weise ihr Leben. Ein Kissengroßhandel und der Kartoffelanbau verhelfen den Paaren zum nötigen Geld. Es dauert nicht lange, bis sie den amtierenden schwedischen König Carl XVI. Gustaf und denJonasson_Die Analphabetin amtierenden Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt in einem Kartoffellaster kidnappen. Die Welt steht am Abgrund, aber ein anständiges Besäufnis mit König und Ministerpräsident verhilft der Weltpolitik wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Der Roman erstreckt sich von den Siebzigern bis ins Jahr 2009. Als Schelmenpersonal erlebt man noch einige real existierende Politiker. So kriegt auch die schwedische Monarchie ihr Fett ab, wenn etwa Carl Gustaf seiner Frau am Telefon sagt: „Hallo, mein Schatz. Nein, mein Schatz, ich bin nicht am Rumhuren…“
Am Ende des Romans bekommt Nombeko, inzwischen auf die 50 zugehend, nicht nur die schwedische Staatsbürgerschaft, einen Job als Botschafterin in Südafrika, sondern auch noch ein Kind von dem schlauen Holger. Ende gut, alles gut.

Ein guter Griff

In ihrer charmanten und aberwitzigen Art ähnelt „Die Analphabetin“ ihrem Vorgänger und ich denke, dass Fans von Jonas Jonasson bedenkenlos zum neuen Buch greifen können. Sie werden nicht enttäuscht sein.

„Die Analphabetin, die rechnen konnte“
Carls Book
448 Seiten, EUR 19,99
ISBN: 978-3-570-58512-2

Sepp Spiegl




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