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Mr. Morgans Last Love

Sir Michael Caine und Clémence Poésy

 Seit seine Frau Joan (Jane Alexander) vor drei Jahren einem Krebsleiden erlag, ist der Amerikaner Matthew Morgan (Michael Caine) völlig vereinsamt und vom Leben ermüdet. Obwohl er gänzlich isoliert ist, will der ehemalige College-Professor seine jahrelange Heimat Paris nicht verlassen, um in die USA zurückzukehren, wo seine erwachsenen Kinder Miles und Karen wohnen.

 Erst als er die Zufallsbekanntschaft der jungen hübschen Tanzlehrerin Pauline (Clémence Poésy) macht, erwacht in ihm wieder ein Interesse an seiner Umgebung und er fühlt sich zu der jungen impulsiven Frau hingezogen. Pauline, die ihre Eltern durch einen Autounfall verlor und sich nach einer Familie sehnt, sieht in dem Mitsiebziger eine Art Vaterfigur. Bei langen Spaziergängen und Gesprächen entwickelt sich eine echte Freundschaft. Bald aber kommt es zu einem aprupten Bruch: Matthew versucht sich das Leben zu nehmen, allerdings vergeblich. Sohn und Tochter rücken aus Amerika an und begegnen Pauline mit offener Arroganz und Misstrauen.

Sandra Nettelbeck

 Die Regisseurin Sandra Nettelbeck schafft mit ihrem Film einen interessanten Spagat: vom launigen Wohlfülkino zu Beginn wandelt sich der Film nach dem Selbstmordversuch Matthews in ein differenziertes Charakterdrama, bei dem die zahlreichen Risse der Figuren faszinieren. So entpuppt sich Matthew als völlig unfähiger Vater, dessen Kinder aus guten Gründen schlecht auf ihn zu sprechen sind. Pauline, die die Familiengeschichte nicht kennt, versucht in ihrer Harmoniesucht die Beziehung der Matthews zu kitten.

 Statt Kitsch und Pathos – und die Gefahr ist durchaus groß – erfährt der Zuschauer eine Geschichte voller Lebensnähe und spannender Charakterentwicklung.

Sir Michael Caine und Clémence Poésy

 Aber vor allem sind es die Schauspieler, die diesen Film mit Leben füllen. Der zweifache Oscar-Preisträger Michael Caine (Oscar für „Hannah und ihre Schwestern“ und „Gottes Werk und Teufels Beitrag“) glänzt mit Charme und Widersprüchlichkeit. Clémence Poésy (bekannt aus Harry Potter) und er bilden ein perfekt harmonierendes Leinwandpaar, das trotz des großen Altersunterschieds glaubhaft agiert.

 Eine durch und durch symphatische Tragikkomödie, rührend aber niemals rührselig.

 Sehenswert!

Ursa Kaumans

 Kinostart: 22.08.2013 – Hier der Trailer:




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