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Matta in Baden-Baden

Es ist immer wieder ein Genuss, in Baden-Baden durch den Park entlang der Lichtentaler Allee zu schlendern. Eingerahmt zwischen Staatlicher Kunsthalle und Stadtmuseum Baden-Baden leuchtet in Weiß das hochmoderne Museum Frieder Burda. Ein architektonischer und ästhetischer Magnet. Richard Meier schuf 2004 diesen Hort für Ausstellungen mit Weltruf.

Roberto Matta (1911 – 2002)

Mit „Matta.Fiktionen“ ist es dem Museum und der spanischen Kuratorin Marga Paz gelungen, diesem Ruf erneut gerecht zu werden. In der exzellent gehängten Präsentation von 30 meist großformatigen Gemälden wird ein Bogen gespannt von den surrealistischen Anfängen des in Chile geborenen Künstlers bis hin zu seinen Panoramaformaten. Zuweilen wachsen die großflächigen Bilder regelrecht aus der Wand, ragen in ihrer zweidimensionalen Trägerstruktur in eine Dreidimensionalität hinein, gleichsam wie ein Echo auf die Fiktionen einer Dreidimensionalität in den Motiven.

Matta Fiktionen

In der großflächigen Architektur „erschlagen“ die Kunstwerke aber nie den Betrachter. Er hat jeden Platz für Nähe und Abstand. Matta, Jahrgang 1911, starb 2002 in Italien und zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Künstlerisch aufgewachsen ist er mit den Surrealisten seit den dreißiger Jahren. Stark geprägt sind die Werke durch die Ausbildung des Künstlers zum Architekten. Explodierende fensterähnliche Elemente, starke und oft durch Linien gestützte Perspektiv-Gebilde und Menschmaschinen in zumeist unaufdringlicher Farbigkeit charakterisieren seine Werke. Schnell wachsen sie in einer Art sphärischer Scheinwelt zusammen. Zuweilen nehmen sie aus heutiger Sicht phantastische Konstrukte von Science-Fiction und Computerspielen vorweg.

Der Besucher darf sich auf einen entspannten Gang über die langsam ansteigenden „Gangways“ freuen – immer kann sich das Auge im Weiß der Wände und der Architektur entspannen – herrliche Aus- und Durchblicke in den Park eingeschlossen. Unterstrichen wird die künstlerische Hochkarätigkeit durch die Kooperation mit dem Hamburger Bucerius Kunst Forum, durch die Leihgaben der Neuen Nationalgalerie in Berlin, dem Moderna Museet in Stockholm und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid.

Matta Fiktionen

Und Marga Paz kann durch ihre Matta-Retrospektiven 2011 in Valencia und Bilbao an erfolgreichen Präsentationen anschließen. Sie kennzeichnet die künstlerische Position des Chilenen so: „In seinem umfangreichen und vielschichtigen Werk verarbeitet Matta Impulse aus unterschiedlichen Bereichen wie Architektur, Naturwissenschaften, Politik, Literatur, Poesie und Religion.“ Die Bedeutung von Matta wird auch darin sichtbar, dass er bereits in den 1940er Jahren wesentliche Entwicklungen des Abstrakten Expressionismus vorweg genommen hat. Und damit hat er auch „auf die Kunst der amerikanischen Abstrakten Expressionisten um Jackson Pollock einen nachhaltigen Einfluss“, betont Frieder Burda.

 

 

Info

“Matta.Fiktionen”

19. Januar bis 2. Juni 2013

 

Museum Frieder Burda

Lichtentaler Allee 8b

76530 Baden-Baden

Tel. 07221-39898-0

www.museum-frieder-burda.de

Öffnungszeiten: Di bis So 10-18 Uhr, Mo geschlossen (außer an Feiertagen).

 

Vorschau

“Emil Nolde. Die Pracht der Farben”

15. Juni bis 13. Oktober 2013

im Frieder-Burda-Museum

Gezeigt werden 60 Ölgemälde und 40 Aquarelle in Zusammenarbeit mit der Nolde-Stiftung Seebüll. Gespannt wird ein Bogen von Werken der frühen Jahre bis hin zum Spätwerk.

 

Tipp

In direkter Nachbarschaft zum Museum Frieder Burda zeigt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden ab 09.03.2013  bis zum 23.06.2013 die Ausstellung „Elizabeth Peyton“. Für diese Exposition hat die New Yorker Künstlerin einen besonderen Fokus gewählt: In Baden-Baden werden ausschließlich und erstmals überhaupt in dieser Zusammenstellung Peytons Porträts von Musikern zu sehen sein. Sie zeigen etwa David Bowie, Pete Doherty, Jessye Norman oder Jonas Kaufmanni in Momenten der Performance.

Insgesamt werden 30 Ölbilder und Arbeiten auf Papier aus den letzten 20 Jahren gezeigt. Der größte Teil der Exponate stammt aus amerikanischen Privatsammlungen und war bisher selten oder nie in Deutschland zu sehen. Erstmals zeigt Elizabeth Peyton auch die Fotografien, Momentaufnahmen von Live-Auftritten, die den meisten ihrer Arbeiten zu Grunde liegen.

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

Lichtentaler Allee 8a
76530 Baden-Baden

T+49 7221-30076-400
info@kunsthalle-baden-baden.de

Öffnungszeiten
Mo geschlossen, außer an Feiertagen
Di – So 10 – 18 Uhr
An allen Feiertagen außer 24. und 31. Dezember geöffnet

 

 




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