- Anzeige -
Jogging-Point

100 Jahre – August Macke

Am 26. September 1914 jährte sich der 100. Todestag des Malers August Macke.

August Robert Ludwig Macke war einer der bekanntesten deutschen Maler des Expressionismuss.

• 1887

640px-August_Macke_043

Selbstporträt mit Hut (1909)

3. Januar: August Macke wird als Sohn des Ingenieurs August Macke und dessen Frau Florentine (geb. Lütke) in Meschede (Westfalen) geboren.
Bald nach Augusts Geburt zog die Familie nach Köln, wo er ab 1897 das Gymnasium besuchte.

• 1900-1906

Nach einem Umzug nach Bonn besuchte er dort ab 1900 das Realgymnasium. 1903 lernte er seine spätere Frau Elisabeth Gerhardt, die Tochter des Bonner Fabrikanten Carl Gerhardt kennen. Elisabeth wurde von nun an sein wichtigstes Modell; er porträtierte sie mehr als zweihundertmal.
1904 verließ er gegen den Willen des Vaters die Schule in der Unterprima und begann eine Ausbildung an der Königlichen Kunstakademie Düsseldorf. Parallel belegte er 1905 Kurse an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, die ihm mehr Anregungen vermittelte. Er entwirft Bühnenbilder und Kostüme für das Düsseldorfer Schauspielhaus.

• 1907

Auf einer Reise nach Paris 1907 lernte Macke Gemälde des Impressionismus kennen, die ihn tief beeindruckten. Er beschloss daraufhin, bei einem deutschen Impressionisten seine Ausbildung zu ergänzen. Seine Wahl fiel auf Lovis Corinth, der an einer privaten Kunstschule in Berlin Kurse gab.

• 1908

1908 folgte eine Reise nach Italien sowie, zusammen mit Elisabeth Gerhardt und Bernhard Koehler, eine zweite Parisreise. Anlass für diese Reise war der Wunsch Koehlers, seine Sammlung mit Werken des französischen Impressionismus zu ergänzen, wobei August Macke als Berater fungierte.

• 1908/09

August_Macke_Ehefrau

Porträt Elisabeth Gerhardt mit Hut, 1909

Ab Oktober 1908 leistete er seinen einjährigen Militärdienst ab, was sein künstlerisches Schaffen fast völlig unterbrach.
Nach Beendigung des Militärdienstes 1909, heiratet er Elisabeth Gerhardt und zieht mit ihr an den Tegernsee.
Nach der Rückkehr von einer erneuten Paris-Reise schlägt sich der Einfluß der „Fauves“ („Die Wilden“) in einem großzügigen Bildaufbau mit klar nebeneinandergesetzten Formen und intensiven Farben nieder.
Beginn der Freundschaft mit Franz Marc, mit dem er eine umfangreiche Korrespondenz über Fragen der Kunst führt.

• 1910/11

zieht er zurück nach Bonn; hier konnte in einem Mackes Schwiegermutter gehörigen Haus für ihn ein Atelier ausgebaut werden. In der Bonner Zeit entstanden mehr als 330 Gemälde. Der Bonner Student Max Ernst befreundete sich 1911 mit Macke und beschloss im folgenden Jahr, ermutigt durch die Anerkennung und Förderung durch Mackes Freundeskreis, Maler zu werden.
Im Dezember 1911, auf der Ersten Ausstellung des „Blauen Reiter“ in der Münchner Galerie Thannhauser ist Macke mit drei Arbeiten vertreten.

• 1912

Er ist mit den Texten „Die Masken“ und einer Reproduktion seines Bildes „Sturm“ am Almanach des „Blauen Reiter“ beteiligt. Die drei Bonner Jahre waren für Macke eine Zeit lebhafter Ausstellungstätigkeit. Ausstellungen in namhaften Galerien sorgten dafür, dass sein Ruf über Deutschland hinaus wuchs, unter anderem auch durch Teilnahme an einer Ausstellung von Karo-Bube in Moskau. Darüber hinaus trat er auch als Organisator bedeutender Ausstellungen in Erscheinung. Er zeigte im Kölner Gereonsklub Werke dort bisher kaum bekannter, avantgardistischer Künstler und setzte sich im Rheinland für die Präsentation des Blauen Reiter ein. 1912 war er Mitglied im Arbeitsausschuss für die Sonderbund-Ausstellung in Köln.

• 1913

Beteiligung am „Ersten Deutschen Herbstsalon“ von Herwarth Walden (1878-1941) in Berlin.
In Bonn organisiert Macke eine Ausstellung „Rheinischer Expressionisten“.
Um Abstand zum Kunstbetrieb zu gewinnen und sich in Ruhe auf sein eigenes Werk konzentrieren zu können, übersiedelte Macke mit seiner Familie im Herbst 1913 nach Hilterfingen am Thunersee.
Hier entstehen Bilder von Figurengruppen in der Landschaft. Sie gehören zu Mackes Hauptwerken und vereinen die Einflüsse vieler Künstler in einem eigenen Stil. Auch an der Organisation des Herbstsalons im September 1913 in Berlin war er maßgeblich beteiligt.

• 1914

Macke,_Spaziergänger_am_See_I

Spaziergänger am See I (1912)

Im April 1914 wurde der Aufenthalt durch eine gut vierzehntägige Reise gemeinsam mit Paul Klee und Louis Moilliet nach Tunesien unterbrochen. Macke kam von dieser Reise mit einer Fülle von Fotos, Zeichnungen und Aquarellen zurück; einige davon benutzte er in Hilterfingen bzw. später in Bonn als Grundlage für Gemälde.
In der zweiten Junihälfte kehrte das Ehepaar nach Bonn zurück, wo August Macke sechs Wochen intensiver Arbeit blieben. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Macke freiwillig an die Front und wurde am 8. August 1914 zum Infanterie-Regiment Nr. 160 eingezogen. Er fiel am 26. September 1914 im Alter von 27 Jahren als Offizierstellvertreter an der Westfront bei Perthes-lès-Hurlus in der Champagne.
Mackes Grabstätte befindet sich auf dem Soldatenfriedhof in Souain-Perthes-lès-Hurlus im Département Marne im Nordosten Frankreichs. Auf dem Alten Friedhof in Bonn wurde ihm ein Ehrenmal errichtet.

Gemessen an der kurzen Schaffensphase von knapp zehn Jahren hat August Macke mit circa 11.000 Werken, darunter 500 Gemälde, 500 Aquarelle sowie 10.000 Zeichnungen, ein unverwechselbares Oeuvre hinterlassen. Charakteristische Motive seiner paradiesisch anmutenden, alles Negative ausklammernden Bildwelten sind Spaziergänger in Parks, Frauen vor Schaufenstern, Akrobaten, Mädchen- und Kindergruppen sowie sein häusliches Umfeld mit Familie, Frau und Kindern, Freunden, Ausblicke aus seinem Bonner Atelier auf die nächste Umgebung, Landschaften, Bildnisse, Akte und Stillleben. Sämtliche Werke vermitteln Mackes positive Lebensauffassung und Daseinsfreude.

Sepp Spiegl

Aktuell bietet das Bonner August-Macke-Haus eine Ausstellung vom 26.September 2014 – 25.Januar 2015 an, mit dem Titel:

Das (verlorene) Paradies
Expressionistische Visionen zwischen
Tradition und Moderne

August Macke Haus
Bornheimer Straße 96
53119 Bonn
T +49 (0)228 655531
F +49 (0)228 691550
buero[at]august-macke-haus[dot]de
www.august-macke-haus.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14.30 – 18.00 Uhr
Samstag, Sonn- & Feiertage 11.00 – 17.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 5 €
Jugendliche 4 € / ermäßigt 3 €
bis 18 Jahre sowie Schüler, Azubis und Studenten
Familienkarte 10 €
Zwei Erwachsene und drei Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre

 

 





Diesen Artkel versenden Diesen Artkel versenden