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Welterbe Zeche Zollverein

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Berühmtes Motiv der Zeche Zollverein ist der Doppelbock auf Schacht XII ©seppspiegl

Die 1847 gegründete und 1986 stillgelegte Zeche im Norden der Stadt Essen im Stadtteil Katernberg ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Fotomotive im Ruhrgebiet. Berühmtestes Motiv der Zeche Zollverein ist der Doppelbock auf Schacht XII mit seiner Namensinschrift »Zollverein« in Frakturschrift. Die Gebäude wurden größtenteils gegen Ende der 1920er Jahre im damals hochmodernen Bauhausstil neu gebaut, also in geometrischen, meist kubischen Formen. Daher bestehen die Zechengebäude meist aus Backstein-Würfeln mit rechteckigen Fensterbändern.

Schönste Zeche des Ruhrgebiets

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Transportband für die Kohle in der Kohlewäscherei ©seppspiegl

Die Zeche Zollverein Schacht XII in Essen war die größte und modernste Steinkohleförderanlage der Welt. Die beiden vom Bauhaus inspirierten Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, die den in zwei Achsen angeordneten Industriekomplex nach Prinzipien der Symmetrie und Geometrie harmonisch durchgestalteten, konstruierten mit Zollverein Schacht XII eine einmalige Musteranlage.
1986 wurde die Zeche stillgelegt. Statt für einen Abriss entschloss sich das Land Nordrhein-Westfalen, die Zeche der Ruhrkohle AG abzukaufen, sie unter Denkmalschutz zu stellen und grundlegend zu sanieren. Die 1998 gegründete Stiftung Zollverein widmete sich der Wiedernutzbarmachung und Erhaltung des Industriedenkmals. Der gesamte Industriekomplex ist heute ein beispielhafter Besichtigungsort zur Bergbaugeschichte und zur Entwicklung der Industrie-Architektur in einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas.

Auf der „schönsten Zeche des Ruhrpotts“ kann man die Moderne der 20er, 30er Jahre und die Entwicklung der Schwerindustrie nachvollziehen. Besucher des Denkmalpfades ZOLLVEREIN können den Weg der Kohle im wahrsten Sinne des Wortes beschreiten. Der Denkmalpfad ZOLLVEREIN – im Originalzustand belassen – führt durch die Gebäude der ehemaligen Sieberei und der Kohlenwäsche, vorbei an gigantischen Maschinen und Förderbändern, die vom Arbeitsalltag in Lärm und Staub erzählen. Auf dem Rundgang veranschaulichen Modelle, Filme und museumstechnische Installationen die Aufbereitung des schwarzen Goldes.

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Das „Schwarze Gold“ ©seppspiegl

Das Ruhr Museum – Ausstellung in der alten Kohlenwäsche

Anfang 2010 wurde in der Kohlenwäsche der Zeche Zollverein das neue Ruhr Museum eröffnet. Es gliedert sich in mehreren Ebenen, die als Etagen getrennt voneinander in den alten Industrieanlagen und Kohlebunkern der Wäsche angelegt sind und dem Weg der Kohle folgen. Inhaltlich befasst es sich mit verschiedenen Zeitepochen des Ruhrgebiets – rückwärts von der Moderne über die Industriezeit, das Mittelalter bis hin zur Prähistorie. Dabei betrachtet die Moderne die charakteristischen, guten, schlechten, lustigen, traurigen und verrückten Seiten der Metropolregion anhand zahlreicher Exponate, Multimedia-Anlagen, Bildern oder Statistiken. Persönliches Lieblingsexponat ist eine konservierte Staublunge. Man sollte genügend Zeit mitnehmen, um die Ausstellungsstücke bewundern zu können.

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Die Hl. Barbara, Schutzheilige der Bergmänner ©seppspiegl

Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 25. Tagung am 14. Dezember 2001 in Helsinki, Finnland, den Industriekomplex Zeche und Kokerei Zollverein in Essen zur Welterbestätte erklärt. Das Welterbekomitee würdigte die Zeche und Kokerei Zollverein als „ein repräsentatives Beispiel für die Entwicklung der Schwerindustrie in Europa“. Von außergewöhnlichem Wert sei die „vom Bauhausstil beeinflusste Architektur des Industriekomplexes, die über Jahrzehnte für den modernen Industriebau beispielgebend war“. Neben der Zeche Zollverein, dem Kölner und Aachener Dom gehören in NRW sonst nur die Schlösser in Brühl zum Weltkulturerbe.

Sepp Spiegl

Informationen zum Besuch im Welterbe Zollverein:

UNESCO-Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Tel.: (0201) 246810
Fax: (0201) 24681133
E-Mail: info(at)zollverein.de

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Freigelände ist jederzeit frei zugänglich. Das Ruhr Museum ist ganzjährig täglich außer an Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester von 10.00-18.00 Uhr geöffnet.

Offene Führungen:
April bis Oktober: Montag bis Freitag um 14 und 16 Uhr. In den Schulferien auch um 11 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen um 11, 12, 13, 14, 15 und um 16 Uhr.
November bis März: Montag bis Freitag um 14 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen um 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr.
Kosten: 9 Euro

Eintritt für Erwachsene in das Ruhr Museum zwischen 5,- und 10,- Euro pro Person. Kinder unter 14 Jahre haben freien Eintritt.

Genaue Preise insbesondere für Wechselausstellungen, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Auf dem Gelände der Kokerei befindet sich ein Café mit sanitären Einrichtungen im östlichen Bereich der Koksöfen.

weitere Informationen:

Zeche Zollverein www.zollverein.de
Weltkulturerbe Zollverein bei Unesco www.unesco.de
Ruhr Museum Essen www.ruhrmuseum.de

Eine Dokumentation von „mein NRW“:

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