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Diskreter Clown Popov

 Das geheimnisvolle Lächeln des Clowns

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Oleg Popov betritt seine Bühne

„Fühlen Sie sich alt?“ „Was für eine Frage“, würde vielleicht der weltbekannte Clown Oleg Popov antworten! Oder, wie kürzlich als Foto im Bonner General Anzeiger zu sehen war: Er hebt seinen Arm, ballt die Faust, zeigt Muskeln und lächelt sein buntes Lächeln. Die unaufdringliche Mimik, die leisen Töne, die rote Nase, die karierte Mütze, sie haben ihn berühmt gemacht.  Er ist ein unangefochtener Meister des diskreten Witzes.

Aber er ist auch ein bisschen müde. Mit seinen 83 Jahren darf er das wohl auch. Denn er steht schon seit 60 Jahren auf den Bühnen dieser Welt. Und immer die selben Haare, die selbe rote Nase, das selbe schwarze Samt-Jäckchen. Es ist nicht zu verheimlichen: Unter dem Kostüm steckt ein alter Mann („Mir tun manchmal die Knie weh!“). Doch der in Deutschland lebende Russe hat bewiesen: Die Figur altert nicht. Er sieht das ein bisschen so wie bei einem Oldimer. Ein Klassiker eben.

Popov will nicht in Rente gehen

Und ein arbeitsamer dazu. Gegenüber spiegel online brachte er das in der ihm eigenen Art auf den Punkt: „Ich arbeite sechs Monate im Jahr, den Rest der Zeit betrachte ich die Vögel im Himmel“, sagt er. „In Rente gehen? Haha!“ antwortet er – wie immer auf russisch. Als leise und gefühlvolle Übersetzerin überbrückt seine 32 Jahre jüngere Frau Gabriela die Sprachgrenzen. Und auf der Bühne ist sie oft an seiner Seite. Ihr Mann, der Clown, denkt auch nicht ans Aufhören. „Wenn man viel unterwegs ist, wird man auch müde. Man braucht dann eine bestimmte Zeit, in der man neue Kraft schöpfen kann und neue Ideen bekommt. Ich liebe meinen Beruf über alles, deshalb habe ich immer Freude daran.“ Er glaubt, dass er im Zirkus sterben wird. Dass Gott ihn eines Tages aus der Garderobe holt oder aus der Manege.

Deutschland ist sein „Lebenselexier“

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Oleg Popov, die Manege ist sein Leben

Wenn keine Auftritte angesagt sind, lebt das Paar auf einem Bauernhof in der Fränkischen Schweiz. Pferde, Hunde, Kaninchen und weiße Zirkusratten sind dort mit von der Partie. Und er ist froh, in Deutschland zu leben. Gegenüber focus.de dankt er ausdrücklich Deutschland, das ihm ein würdiges Leben im Alter biete. In Moskau habe man ihn „vergessen“. Und fr online verriet er, dass er Deutschland als sein „Lebenselixier“ bezeichnet. „Meine Rente hätte (in Moskau) nur für eine Tasse Tee gereicht. Ohne ein belegtes Brot. Ich bin Deutschland (für seine Unterstützung) sehr dankbar“, sagte der in Egloffstein bei Nürnberg lebende Volkskünstler der russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“.

bu

 




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