--- Anzeige ---
WebHosting von Host Europe

Jubeljahr für den BH

Eine nützliche Info vorweg

Der folgende Beitrag gibt einen Überblick zu 500 Jahre BH-Geschichte. Wer zusätzlich oder auch vorweg etwas mehr über den modernen BH wissen will, kann sich ausführlich bei rantlos.de unter dem Titel “Zwischen Cup und Kabine” informieren. Es lohnt sich und passt einfach!

Start mit zwei seidenen Taschentüchern

In den Macho-Eimer hatten ihn Feministinnen verbannt. Seit den 90ern aber erlebt er den millionenfachen Push up. Das 100-jährige Formerlebnis sollte schon 2012 gefeiert werden. Jetzt aber ist klar: Die damals 19jährige Mary Phelps Jacob hatte die zwickenden BH´s satt. Die New Yorkerin knüpfte aus zwei seidenen Taschentüchern und rosa Bändern ihren ersten modernen Büstenhalter. Ihre Erfindung meldete sie am 12. Februar 1914 zum Patent an. Die eigentliche Weltsensation ereignete sich aber schon im vergangenen Jahr: Der moderne BH ist in Wirklichkeit über 500 Jahre alt. Einblick in BH-Geschichten.

Überraschungsfund: 550 Jahre alt ist dieser BH
Foto: Beatrix Nutz/Uni Innsbruck

„Hautana“ gilt als Urtyp des modernen BH. Aus elastischem Trikotgewebe wurde er 1912 entwickelt. Als erster stellte dieses revolutionäre Dessous der Cannstätter Korsettfabrikant Sigmund Lindauer industriell her. Kaum hatten sich 2012 Medien und Ausstellungsmacher auf das erhebene Ereignis eingespielt, platzte die Exklusivität dieses ganz speziellen Jubiläums. Renovierungsarbeiten auf Schloss Lengberg in Tirol brachten es ans Licht: vier Büstenhalter. Das durch Radiokohlenstoff-Datierung gesicherte Zeitfenster für die Herstellung dieser pikanten Zeitzeugen liegt zwischen 1440 und 1485.

Das Revolutionäre: Einzelverpackung der weiblichen Brüste. Zeitgleich punktete Johannes Gutenberg mit einzelnen Buchstaben für den Buchdruck. Vermutlich aber wurde das damals modernste Druckverfahren nicht genutzt, um das verwahrende “Darunter” der holden Weiblichkeit zu beschreiben. Gutenberg druckte lieber die Bibel und wurde berühmt. Der BH blieb im Versteck der Geschichte, diskret eben.

BH als Befreiung gefeiert

Die Spuren des historischen Büstenhebers verlieren sich still und dezent in den Schnürpraktiken des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Damenwelt war kiloweise bepackt mit Kleidern, Unterkleidern und einengenden Korsetts. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann  vollzog sich schrittweise aus dem  Muff von vielen Jahren die Revolution der Unterkleidung der Frauen. Das Korsett flog in den Eimer der Geschichte.

Der BH wurde zusammen mit dem Sturz des Kaisers als Befreiung gefeiert. Die Ironie der Frauengeschichte aber wollte es, dass 50 Jahre später, am 7. September 1968, etwa 400 Feministinnen zum Protest nach Atlantic City kamen. Sie warfen „Instrumente weiblicher Folter“ in einen „Freiheits-Abfalleimer“. Mit dabei der Büstenhalter.

Und so ganz nebenher fiel in den Drukereien zeitgleich die gute alte Gutenberg-Kunst der Digitalisierung zum Opfer. Der einzelne Buchstabe erlebt seither eine  weitere, völlig neu geartete  Freiheit, die Brüste der Frauen tun dies wohl auch. Die Dessous-Industrie sah einem glanzlosen Tod entgegen. Doch es kam anders.

Adriana Lima und der Bombshell Fantasy Bra

Der Sturm der Feministinnen ebbte ab. Weiblichkeit zu zeigen, war plötzlich keine emanzipatorische Verfehlung mehr. Die Busen der jungen Generation formten sich in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts neu. Auch die Älteren fassten wieder Mut, bewusster ihren Busen zu tragen. Eine unendliche Artenvielfalt von BHs quoll aus den Produktionsstätten dieser speziellen Textilindustrie. Sie schufen den Push up-, Balconett-, Bügel-, T-Shirt-, Halbschalen-, Außen- oder Mittelträger- und eben den Sport-BH.

So konnten sich die Oberweiten der Damen zwischen Alltag, Sport, Abendkleid und Dirndl immer wieder neu formen. Ein bisher noch nie dagewesener Luxus. Und in diesem Angebotsreichtum müssen sich bis heute die Damen jeden Alters mit ihren vielfältigen Brustvarianten zurechtfinden. Offensichtlich wird dieser Luxus für viele schon zur Qual.

Adriana Lima: 2 Millionen Dollar kostet dieser Bombshell Fantasy Bra

Nicht gemeint ist natürlich der mit 3000 Edelsteinen besetzte Luxus-BH „Bombshell Fantasy Bra“. Schlappe zwei Millionen Dollar kostet dieser 142-Karat-Bra. Tragen durfte ihn exklusiv für die Dessous-Firma Victoria`s Secret das brasilianische Model Adriana Lima. Hier schaut die Welt dann gerne mal rein, wenn im Big Apple von New York ein Welt-Star die Beine züchtig durch ein langes Kleid verdeckt, aber oben der pralle Glanz seine werbewirksame Öffentlichkeit sucht.

So offenherzig aber geht Eva-Normalfrau selten mit ihrem BH um. Im Gegenteil: ganz offensichtlich möchte sie beim Shoppen in Warenhäusern und Fachgeschäften in dieser Angelegenheit allein sein.  Männer oder Freundinnen sind bei den älteren Jahrgängen sehr selten dabei. „Frauen lieben Dessous – und sie tragen sie vor allem für sich selbst. Dessous sind ein Thema, bei dem sich Frauen kaum von außen beeinflussen lassen – nicht von Männern, nicht von Trends, nicht einmal von ihrer besten Freundin. Schöne Dessous sind für Frauen daher ein Ausdruck ihrer persönlichen Freiheit und ihres Wohlgefühls. Und dafür sind sie auch bereit, Geld auszugeben.“ Das ist das Fazit einer von Dangereuse und Vogue unter 2132 Frauen durchgeführten Online-Befragung.

 Solange probieren, bis er passt

Die Aspekte Luxus und Wohlbefinden erreichten bei der Befragung knapp 80 Prozent. Wohlbefinden aber lässt sich hier nur mit idealer Passform erreichen. Dabei geht das schöne Geschlecht ganz empirisch vor. 72 Prozent probieren solange, bis es passt. Nur 24 Prozent lassen die eigene BH-Größe professionell ausmessen. Das Resultat: Mehr als die Hälfte aller Frauen findet nur schwer die richtige Größe und Passform ihres BHs. Das erkannte das Bekleidungsphysiologische Institut Hohenstein in Bönnigheim bei Stuttgart in ihren repräsentativen Studien. Schätzen für das Verpacken der beiden Schätzchen ist also der Maßstab der meisten Frauen.

Zu enge BHs haben oft unangenehme Nebenwirkungen

An dieser Stelle verzweifeln die Fachberaterinnen in Dessous-Läden und sogar die Ärzteschaft. So urteilt „frauenärzte-im-netz.de“: „Jede dritte Frau trägt einen zu kleinen BH.“ Die Mediziner wissen, dass schlecht sitzende BHs auch ein Grund für Kopfschmerzen, Hautreizungen und Rückenbeschwerden sein können. Dies wiegt umso schwerer, weil seit Jahren Körpergröße und Brustumfang der weiblichen Bevölkerung zunehmen.

Bei dieser Gewichtigkeit können BH-Träger, die einschneiden oder ungüstig verlaufen, die komplexen Strukturen des Schultergelenkapparates belasten und irritieren. Der Chefarzt der Bavaria-Klinik in Freyung, Hans-Ulrich Krüger, weist darauf hin, dass das freie Gleiten der Schulterblätter durch den BH nicht behindert werden dürfe.

BVF-Präsident warnt vor Überdehnungen

In allen Fällen geht es im Kern immer um das im Laufe des Lebens schwächer werdende empfindliche Bindegewebe. Damit dies nicht überstrapaziert wird, ist ein BH von jung an, besonders aber natürlich auch mit zunehmendem Alter angeraten. Anschaulich wird das, wenn sich die sportliche Frau klar macht, dass ihre Brust beim Laufen bei jedem Kilometer etwa 84-mal hüpft und bis zu 21 Zentimeter in alle Richtungen federt.

Nicht nur der Sport treibt seine Bewegungsspielchen. „Auch bei Tätigkeiten mit starken, ruckartigen Bewegungsabläufen kann ein gut sitzender BH Überdehnungen und Schmerzen des Brustgewebes vorbeugen“. Darauf weist der Gynäkologe Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), mit Nachdruck hin.

 Ipsos-Umfrage: Passform bleibt der Renner

Und speziell zur Passform gibt es natürlich auch eine passende Umfrage. 1000 Frauen zwischen 20 und 65 Jahren wurden vom Marktforschungsinstitut Ipsos für den Bademodenanbieter Lascana nach ihren BH-Gewohnheiten gefragt. Rausgekommen ist auch, dass selbst bei passenden BH-Modellen kratzende Wäscheschilder, schnell ausleiernde Ware und sich beim Waschen verfärbene Materialien als sehr störend empfunden werden. Aber auch hier blieb die richtige Passform mit 80 Prozent der Entscheidungsrenner. Genau so viele Frauen möchten, dass der BH ihre Brüste schöner aussehen lässt und ein verführerisches Dekolleté zaubert.

Farbe und Preis des BH spielen für fünfzig Prozent der Frauen eine Rolle. Die Mehrheit investiert zwischen 20 und 30 Euro. Liaison-Dangereuse und Vogue haben darüber hinaus festgestellt, dass knapp ein Drittel der befragten Frauen bis zu 100 Euro ausgeben würde, 22 Prozent sogar bis zu 150 Euro. Man kann also den BH auch im Geldbeutel spüren, auf keinen Fall aber auf der Haut. Und er darf nicht unter T-Shirts oder Pullover auftragen.

Ältere Frauen bevorzugen Weiß

Irgendwann muss jede Frau Farbe für ihren BH bekennen. Während es bei der Passform um Millimeter geht, zählt bei der Farbe des guten Stücks das Gefühl. Gerade den älteren Frauen kann man hier nichts weiß machen, sie stimmen an den Dessous-Kassen mit klarer Mehrheit eben für Weiß. Das vereinfacht schon mal das Suchen. Denn gerade, wenn der Vorbau mit den Jahren größer geworden ist, wenn Frau schon viele negative Erfahrungen gemacht hat, dann nervt es die meisten, endlos lange zwischen ausgelegter Ware, Umkleidekabine und Bemerkungen der Verkäuferin hin und her zu laufen und zu wanken. Schlussendlich wird ein Kompromiss erworben. Das Wohfühlen rutscht wieder ins Mittelfeld. Schade drum. Denn der richtige liegt nun irgendwo unentdeckt rum.

 Fachgeschäft sichert Tragekomfort

Mini oder Maxi: Aus über 60 Einzelteilen kann ein BH bestehen

Alle Mühe geben sich die Hersteller. Sie bauen die BHs etwa aus bis zu 60 Einzelteilen zusammen, differenzieren in fein abgestimmten Größen und Cups. Den verzweifelten Frauen macht aber Antje Fröhlich Mut in ihrem Berliner Korsettladen Engelke: „Man kann aus jeder Figur etwas machen.“ Lächelnd präsentiert sie sogar einen BH der Größe 120 L. Das Entscheidende: Wer sich nicht in ein Fachgeschäft wagt, kann auch keinen Tragekomfort gewinnen. Hier gibt es – in Verbindung mit dem Maßband – den geübten Blick auf den Busen.

Antje Fröhlich: „Viele Frauen schnüren sich die Brust ein. Die Kundin kommt mit Körbchengröße C und verlässt den Laden mit Größe E oder F.“ Das muss die Frau nicht wirklich belasten, weil sie glaubt, mit solchen Verschiebungen alleine da zu stehen. Die Statistik könnte ihr Selbstbewusstsein stärken. Die Durchschnittsbrust der deutschen Frau ist in den letzten 20 Jahren um etwa vier Zentimeter gewachsen. Während 1983 noch der A-Cup die Verkaufszahlen anführte, ist es heute der C-Cup. Auch die Marktanteile bei Frauen bis 60 Jahre liegen mehr bei den größeren Cup-Bereichen. Und hier wird deutlich mehr Wert auf eine gute Funktion gelegt.

Uni Manchester: Mehr Selbstbewusstsein durch Push up

Zwei gut sitzende Körbchen tun auch der Frauenseele gut. Das hat eine wissenschaftliche Studie jetzt mit harten Zahlen weich unterlegt. Frauen von 20 bis 55 Jahren mit einem natürlichen Busen wurden von Wissenschaftlern der Universität Manchester in unterschiedlichen Altagssituationen begleitet.

Der Vergleich zwischen den Beobachtungen beim Tragen des bequemen Alltags-BHs und eines Pushup lässt keinen Zweifel zu: 75 Prozent der Frauen fühlten sich mit dem unterlegten BH sicherer. Somit ist es auch kein Wunder, dass der wattierte BH aktuell in der Verkaufsstatistik eindeutig vorne liegt.

Tendentiell verabschieden sich die Frauen wohl auch vom Universal-BH. Sie suchen sich häufiger die passenden BHs für unterschiedliche Gelegenheiten aus. Auch in der Farbauswahl geht es eher „bunt“ zu. In den Laden zu gehen, sich einen neuen BH zu leisten, ist, das belegen Umfragen, nach wie vor ein klassischer Lustkauf. Der uneingeschränkte Lustgewinn jedoch durch einen millimetergenau passenden BH ist in der Damenwelt noch nicht mehrheitsfähig.

Dieter Buchholtz

 

Damit der Büstenhalter optimal sitzt:

  • Zwickende und kneifende Modelle sind ungeeignet; Träger dürfen nicht schmerzhaft in die Schultern einschneiden
  • Der optimale BH sollte am Brustkorb gut und fest anliegen und am Rücken waagerecht sitzen. Rutscht er höher, ist er zu weit oder das Körbchen zu klein
  • Quillt am Ausschnitt oder unter den Armen Gewebe hervor, ist das Körbchen zu klein
  • Das Unterbrustband muss stramm sein
  • Dehnungsfreudiges Materialien wie Lycra oder Elastan wegen des fehlenden Halts eher vermeiden
  • Bei großem Busen verhindert ein BH mit breiten Trägern und breiterem Unterbrustband, dass die Schulterträger einschneiden. Der Träger sollte lediglich zehn Prozent zum Stützen tragen
  • Die kleinen Helfer: zwei oder drei Zusatzösen verlängern den Lieblings-BH um bis zu fünf Zentimeter; Trägerpolster aus Silikon (insbesondere bei schwereren Brüsten); Silikonkissen werden direkt auf die Haut in den BH eingelegt; Klebe-BH (z.B. für das Abendkleid).

Eine nützliche Info zum Schluss

Wer zusätzlich mehr über den modernen BH wissen will, kann sich ausführlich bei rantlos.de unter dem Titel “Zwischen Cup und Kabine” informieren. Es lohnt sich und passt einfach!

 




--- ANZEIGE ---