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Deutsche: Feiertage ja, aber ohne mich

Bundesbürger wollen Festakt – vor allem jedoch Freizeit

Rede des Bundespräsidenten zum Festakt

Bundespräsident Joachim Gauck am 3.Oktober 2013 in Stuttgart

Es wird kaum jemanden überaschen – wenn die Deutschen gefragt werden, ob sie einen Nationalfeiertag für wichtig erachten, dann sagen sie natürlich mehrheitlich „ja“. Immerhin 62 Prozent geben dies als ihre Meinung an. Und sogar noch fast jeder zweite Interviewte (49 rozent) hält zu diesem Anlass (dem „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober) eine Ansprache durch den Bundespräsidenten für eine angemessene Form. Einen Festakt des Deutschen Bundestages befürworten 43 Prozent der Bundesbürger. Erstaunlich genug: Es gibt sogar nur geringe Unterschiede in diesen Fragen zwischen Ost und West.

Der Ausschlaf- und Freizeitfaktor

Bedeuten diese veblüffenden Ergebnisse, dass Herr und Frau Meier (West) und Müller (Ost) – unabhängig von Alter und Herkunft – die nationale Vereinigung sozusagen im Herzen tragen und entsprechend an diesem Festtag begehen möchten? Weit gefehlt! Persönlich, bekennen die Befragten, würden nur knapp drei Prozent an einer offiziellen Veranstaltung zur deutschen Einheit am 3. Oktober teilnehmen. Immerhin acht Prozent könnten sich „vorstellen“ eine Fernseh-Übertragung anzuschauen. 46 Prozent, indessen, unternehmen am deutschen Nationalfeiertag „nichts Besonderes“, fast jeder Dritte (29 Prozent) möchten „ausschlafen“.

Neue Ausstellung im „Haus der Geschichte“

Herausgefunden wurden diese Angaben über eine Umfrage, die das Bonner „Haus der Geschichte“ beim Demoskopischen  Institut Allensbach in Auftrag gegeben hatte. Anlass dazu bot eine neue Ausstellung mit dem Titel „Festakt oder Picknick? Deutsche Gedenktage“, die am 3. Oktober eröffnet wird. Die Ergebnisse der Erhebung werden dabei präsentiert, Besucher haben die Möglichkei,. an einer Multimediastation ihre persönlichen Einstellungen zu Feiertagen in Deutschland zu dokumentieren.

Ziespältiges Erinnern

Haupteingang Museum

Haupteingang „Haus der Geschichte“ in Bonn

Die neue Ausstellung zeigt vom 3. Oktober 2014 bis zum 6. April 2015 anhand ausgewählter Gedenk- und Feiertage, wie sich das geteilte und vereinigte Deutschland mit seiner Vergangenheit auseinadersetzt. Militärische Niederlagen in zwei Weltkriegen, nationalsozialistische und kommunistische Diktatur sowie die Teilung der Nation förderten ein zwiespältiges und oft auch gegensätziches Erinnern in Ost und West. Rund 300 Exponate sowie zahlreiche Medienstationen machen deutlich, wie Staat und Gesellschaft mit unterschiedlichem Erfolg versucht haben, Traditionen der Erinnerung zu gestalten.

Nur „sozialer Besitzstand“?

Dass die Bundesbürger in ihrer Mehrheit an Fest- und Feiertagen festhalten, ist nicht zu leugnen und auch unbestritten. Dabei macht es keinen Unterschied, um es sich um Daten nationalen, politischen oder religiösen Charakters handelt. Man sieht in ihnen vor allem einen „sozialen Besitzstand“. Beispielsetzend dafür sind nicht zuletzt Umfrage im Zusammenhang mit kirchlichen Feiertagen. Mit Ausnahme von Angehörigen der älteren Generation wissen nur noch Minderheiten etwa die Bedeutung und den Ursprung von Weihnachten oder Ostern, Pfingsten oder Himmelfahrt. Aber auf den damit verbundenen freien Tag mag niemand verzichten – selbst wenn er aus der Kirche ausgetreten ist.

Info

Ausstellung „Festakt oder Picknick? Deutsche Gedenktage“

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Bonn, Adenauer-Allee

3. Oktober 2014 – 6. April 2015

Öffnungszeiten: Di – Fr 9 – 19 h, Sa, So und Feiertage 10 – 18 h

Eintritt frei

 Gisbert Kuhn

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    Müssten nicht Ostern, Weihnachten und die anderen kirchlichen Feste eigentlich abgeschafft werden? Laut Umfragen stellt in Deutschland höchstens noch eine Minderheit eine religiöse Verbindung dazu her. Aber natürlich wird niemand daran rütteln. Dennoch lohnt es sich, über die Frage einmal nachzudenken.
    Tags: noch, feiertage, für, diese, kirchliche, ostern, nur, deutschen, weihnachten


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