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phil.Cologne mit Precht

Neu und hochkarätig: phil.Cologne

lit.Cologne! Für viele Bildungsbürger ist dieses Internationale Kölner Festival für Literatur ein Höhepunkt im Kulturjahr. Zunehmende Besucherzahlen seit einigen Jahren bestätigen die Beliebtheit.

Mit der phil.Cologne hat das etablierte Literaturevent eine Schwester. Dieses neue Internationale Festival der Philosophie bot vom 20. bis 30.06.13 ein hochkarätiges Programm mit 44 Veranstaltungen.

Philosophie, so wird mancher denken, das ist nicht mein Ding. Vielleicht geht auch bei diesem Wort bei einigen „die Klappe“ runter. Förderlich bei dieser Kurzschlussreaktion ist die zumeist falsche Folgerung: davon habe ich sowieso keine Ahnung.

Hier sage ich mal ganz spontan: Halt! Stop!

Jeder, der fragt, der hinterfragt, befindet sich schon auf dem Gleis der Philosophie.

Denken Sie doch nur an Ihre Kinder oder Enkelkinder, die Sie – uns alle – mit dem immerwährenden Fragekanon: Wieso, weshalb, warum? gelöchert und genervt haben.

Das allein ist schon Philosophie.

Ich erinnere mich an den kürzlich gehörten Vortrag „Sinn des Lebens – Sinn im Leben“ des Bonner Philosophie-Professors Christoph Horn. Mit dieser Thematik sind wir mittendrin in einer aktuellen Debatte. Hieran schließt sich unmittelbar die Frage an: Was ist ein gutes Leben? Längere Zeit war diese Thematik in der Philosophie regelrecht verschüttet, ist aber seit einigen Jahren wieder in das Interesse der Philosophen gerückt. Diese Thematiken bilden die Mosaiksteine, die Sie nun nach den weiteren Mosaiksteinen suchen lässt. Es sind stepping stones zu der weiteren Frage: Müssen wir überhaupt etwas?

Und so finden wir uns im Nu wieder bei Immanuel Kant mit seinen berühmten Fragen: „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“, „Was ist der Mensch?“

Bei Ernst Bloch lauten in seinem Werk „Das Prinzip der Hoffnung“ die Fragen ähnlich: „Wer sind wir?“ „Wo kommen wir her?“ „Wohin gehen wir?“ „Was erwarten wir?“ „Was erwartet uns?“

Ein weites Feld. Sie sehen: Philosophie bestimmt unser Dasein und unseren Alltag. Die phil.Cologne wird hierzu viele Vorträge mit aktuellen Fragestellungen und Diskussionen bieten.

Zum Schluss eine Erinnerung von mir an den computeranimierten Pixar-Film von 2008: „Der Letzte räumt die Erde auf.“ So wollen wir es doch halten. Wir lassen unseren Heimatplaneten doch ordentlich zurück. Oder? Nachdenken darüber lohnt sich einfach…

 

Ich hoffe, dass sie viel Nachdenkenswertes durch die phil.Cologne erhalten haben.

Heinz Köster

Info und Nachspann

phil.Cologne vom 26. bis 30. Juni 2013 in Köln.

Richard David Precht

Zu sehen und zu hören waren internationale Philosophen wie Richard David Precht, Ariadne von Schirach, Mirjam Schaub, Oskar Negt, Petra Gehring, Robert Pfaller, Rüdiger Safranski, Philippe Van Parijs, Wolfgang Welsch, Hartmut Rosa, Byung-Chul Han, Alexandre Lacroix u.v.m. auf.

Im Programm fanden sich Veranstaltungen zu Fragen der Bioethik, der Ökonomie, des guten Lebens oder der Zukunft des Menschen, aber auch Streitgespräche zwischen Philosophen und Politikern, Medizinern, Theologen, Künstlern und Wissenschaftlern sowie Diskussionen, Lesungen.

In der Auftaktveranstaltung fragte Richard David Precht „Wozu Philosophie?“ Der Psychiater Johann Friedrich Spittler diskutierte mit der Philosophie-Professorin Petra Gehring die Frage „Gibt es ein Recht zu sterben?“. Robert Pfaller traf auf Harald Welzer. Die beiden erörterten die Frage „Darf’s ein bisschen mehr sein? – über Genuss, Verzicht und das richtige Leben“.

In der Veranstaltung „Was macht Fußball schön?“ ergründete Gunter Gebauer, Deutschlands führender Sportphilosoph, gemeinsam mit dem Trainer und Erfinder der „Freiburger Fußballschule“, Volker Finke, die wahren Tiefen des Spiels. Der französische Philosoph Alexandre Lacroix lud zum kleinen Versuch über das Küssen ein.

Alleiniger Hauptsponsor des ersten Philosophiefestivals war die LANXESS AG.

http://www.philcologne.de/nc/startseite/

Und was ist das Resümee?

Die Erstauflage von phil.Cologne lockte immerhin 8.300 Besucher. Zufriedenheit war von den Veranstaltern des „Festivals des Denkens“ zu hören. Die Medienresonanz durchweg positiv. WDR 3 : „Das Programm hielt auch höheren Erwartungen in vielfacher Hinsicht durchaus Stand.“ Wenn das kein Erfolg für die Startveranstaltung ist. Nachdenken hat wieder etwas mehr Konjunktur…

bu


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