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„Nebraska“ mit Bruce Dern

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Will Forte (li) und Bruce Dern

Woody Grant (Bruce Dern), ein dickköpfiger Rentner, ist absolut überzeugt davon, durch ein windiges Werbeversprechen das große Los gezogen zu haben. Er ist der festen Überzeugung, dass ein Lottogewinn in Millionenhöhe auf ihn wartet. Um das Geld persönlich abzuholen, macht er sich von Montana auf nach Lincoln, Nebraska. Widerwillig fährt ihn sein Sohn (Will Forte) zum weit entfernten Absender der Reklame. Bei einem Stopp in seiner alten Heimatstadt Hawthorne gibt es ein Wiedersehen mit seiner skurrilen und bizarren Verwandtschaft. Die Reise gerät zum bewegenden Vater-Sohn-Trip durch den Mittleren Westen Amerikas.

Alexander Payne, der Regisseur und zweifache Oscar-Preisträger („The Decendants“, Sideways“) drehte den Film unweit der eigenen Geburtsstadt und fand deshalb die besten Bilder dieser Gegend. So schuf er ein virtuoses Porträt der tiefsten amerikanischen Provinz. Die scharfen Kontraste passen perfekt zu der kargen trostlosen Landschaft Nebraskas. Auch die Menschen dort scheinen entweder alt oder jung und arbeitslos zu sein und ein völlig erstarrtes Leben zu führen. Aber Woody Grant, dem sein jahrzehntelanger Alkoholmissbrauch zwar ziemlich zugesetzt hat, will trotzdem nicht von seinem Traum lassen, denn von dem Geld will er sich endlich einen Truck und einen Kompressor kaufen.

„Nebraska“ ist eine zartbittere Kino-Ballade, eine Tragikkomödie mit glänzenden Schauspielern, vielschichtigem Drehbuch, leiser Melancholie, rauem Witz und leichtem Retro-Charme. Der Film ist Roadmovie, anrührende Familiengeschichte und Landschaftsepos in einem, ein Meisterwerk in Schwarz-Weiß.

21061268_20131127104442662Es scheint, dass im Augenblick betagte Schauspieler Konjunktur haben. Gerade ist der Film „All is lost“ mit dem hervorragenden 77jährigen Robert Redford angelaufen (Besprechung in rantlos). Auch der gleichaltrige Bruce Dern, der beim Filmfestival in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde, überzeugt durch überragende und berührende Darstellung.

Der Zuschauer geht in diesem Roadmovie mit Vater und Sohn auf die Reise und erfährt, wie sich dabei langsam ein ganzes Leben herausschält. Ein Sohn wird seinen Vater besser verstehen, und selbst die Giftspritze Kate, Grants Ehefrau, entdeckt doch noch verloren geglaubte Gefühle für ihren Mann.

Ein Film mit vielen Höhepunkten und unbedingt sehenswert!

Ab 16. Januar 2014 im Kino

Ursa Kaumans

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    Mit 77 Jahren holt Robert Redford noch einmal alles aus sich heraus. Seine Performance als einsamer Segler, der um sein Leben kämpft, zeigt sein überragendes Können.
    Tags: leben, um, redford, robert, mann, seinem, seiner, ganz, denn, film


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