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Filmtipp: „Der Medicus“

Der Bestseller von Noah Gordon kommt jetzt in die Kinos

Medicus-02

Der Schauspieler Tom Payne (mitte) in der Rolle des Robert Cole

England im 11. Jahrhundert: Der Junge Rob Cole wird zum Waisen, nachdem seine Mutter an einer rätselhaften Krankheit verstorben ist. Verzweifelt, weil er ihr nicht helfen konnte, beschließt er, sich einem kauzigen Wanderheiler und Quacksalber anzuschließen, um von ihm zu lernen, wie kranken Menschen zu helfen ist. Doch dann hört er von den Heilkünsten des berühmten Ibn Sina und reist ins ferne Persien, um dort dessen Schüler zu werden. Als die Stadt Isfahan von einem Ausbruch der Pest bedroht wird, entdeckt der alte und weise Meister Ibn Sina, dass Rob über eine außergewöhnliche Gabe verfügt, Kranke zu heilen. Doch Rob empfindet diese Gabe oft als Fluch und wird durch sie vor besondere Prüfungen und Schwierigkeiten gestellt.

Ein Wüstensturm, der zahlreiche Opfer fordert und den auch Rob nur knapp überlebt, ist überwältigend dargestellt. Die Naturgewalt macht bewusst, welchen Gefahren und Hindernissen sich Reisende dieser Zeit aussetzten. Die epische Erzählweise lässt dem Zuschauer Zeit, fremde und faszinierende Welten zu betreten. Eine Liebesgeschichte, die Rob nicht ausleben darf, erscheint schicksalhaft, wird aber nie zum Hauptereignis seines Lebens. Die überzeugende Darstellung seiner Suche als Heiler und Forscher verleiht dem Film eine große Ernsthaftigkeit, die gleichzeitig den Spannungsbogen inhaltlich unterstützt.

Kein Bild erscheint überflüssig, keine Wendung unglaubwürdig. Die perfekte Ausstattung zeigt große Ästhetik und Opulenz, ohne künstlich zu wirken.  Eine bis in alle Details gelungene Literaturverfilmung, die doch durch Eigenständigkeit überzeugt.

Hinter den Kulissen

61. Filmfestival in Locarno - Philipp Stoelzl

Regisseur Philipp Stoelzl

Erst 26 Jahre nach der Veröffentlichung des Bestsellers „Medicus“ von Noah Gordon kommt der Film jetzt in die Kinos. Damals lasen 21 Millionen Menschen weltweit den Historienroman. Allein in Deutschland wurde der Roman 6 Millionen Mal verkauft und stand 42 Wochen auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Unter den großen Bestsellern der vergangenen Dekaden war der Roman einer der wenigen, die lange Zeit unverfilmt blieben. Der Autor Noah Gordon (87) musste mit viel Mühe von der Verfilmung seines Romans überzeugt werden. Die Produzenten Hofmann und Wolf Bauer reisten mehrmals zu ihm nach Boston, und brauchten viele gemeinsame Spaziergänge, um ihn und seine Tochter von dem Projekt zu überzeugen und ihnen die Filmrechte abzuringen. Der Autor willigte schließlich ein und war selbst am Drehbuch bis hin zum Schnitt beteiligt.

Der deutsche Regisseur Philipp Stölzl (46), der auch den Film „Nordlicht“ und „Goethe“ drehte, hat sich der großen Herausforderung einer filmischen Umsetzung des Weltbestsellers gestellt und die Aufgabe mit Bravour gemeistert. Immerhin hat er es geschafft, aus einem 850 Seiten starken Roman einen spannenden 150-Minuten-Film zu schaffen.

Die Kosten des Films belaufen sich auf 26,5 Millionen Euro. Die Außenaufnahmen wurden u. a. in den Atlas Studios in Quarzazate, der marokkanischen FilmstadtNedicus-04 am Rande des Atlasgebirges gedreht. Die Statisten, die dort leben, sind mittlerweile Profis. Jeder von ihnen hat schon in mindestens einem Film mitgespielt. Monumentale Filme wie „Gladiator“, „Alexander“, „Die Päpstin“ wurden hier gedreht.

Mohammed Baala, einer der Laiendarsteller, der in dem Film einen Mullah spielt, erzählt: „Wir lassen uns lange Bärte wachsen, damit wir authentisch aussehen. Je mehr Falten und weniger Zähne man hat, desto häufiger wird man gebucht.“ Der „Medicus“ ist schon sein 39. Film.

Die dazugehörigen Innenaufnahmen entstanden in Köln und das, was England sein soll, ist in Wirklichkeit Thüringen.

Große Emotionen, begeisternde Landschaftspanoramen, eine prächtige Ausstattung sorgen für eine sinnliche und epische Stimmung, die durch die großartigen Darsteller erzeugt wird. Internationale Stars wie Fahri Yardim, Elyas M’Barek, Ben Kinsley und Stellan Skaarsgaard, verkörpern ihre Rollen glaubhaft und stimmig. In der Hauptrolle ist Tom Payne die Idealbesetzung des Titelhelden, dem der Zuschauer in eine fremde  und faszinierende Welt folgt.

Der Film hatte am 16.12.2013 im Berliner Zoo-Palast Weltpremiere, zu der neben den meisten Darstellern auch Noah Gordon kam und sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis war.

Der ideale Film für die Weihnachtszeit!

Ab 25. Dezember im Kino

Ursa Kaumans




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