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Elser – er hätte die Welt verändert

Ein “tumber Trotzkopf” hätte das NS-Regime verhindert

Seit Quentin Tarantinos Meisterwerk «Inglourious Basterds» war alles über über den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und über Hitler gesagt, was es filmisch zu sagen gab. So meinte man. Jetzt taucht ein Film auf, der einen Mann in den Vordergrund stellt, den die deutsche Geschichte kaum zur Kenntnis nahm – Georg Elser. In Deutschland fast unbekannt, aber die, die sehr wohl von ihm wissen, erachten ihn aufgrund seiner bisherigen Darstellung in der Geschichte oftmals als eigenbrötlerischen, etwas tumben Trotzkopf.

Elser bei Einbau der Bombe

Elser bei Einbau der Bombe

Vielleicht liegt es daran, dass er nicht der intellektuelle Feingeist oder der politische Rebell war. War nicht Mitglied in einer Widerstandsgruppe oder engagierte sich sonst gesellschaftlich. Er gehörte nicht zur Elite – damals nicht und auch nicht heute.

Während der Jubiläumsrede Hitlers am 8. November 1939 wird ein Mann an der Grenze zur Schweiz wegen des Besitzes verdächtiger Gegenstände festgenommen. Nur Minuten später explodiert im Münchner Bürgerbräukeller unmittelbar hinter dem Rednerpult des „Führers“ eine Bombe und reißt acht Menschen in den Tod. Der Mann ist Georg Elser, ein Schreiner aus dem schwäbischen Königsbronn. Beim Verhör erfährt er, dass Hitler seinen Anschlag überlebte, weil dieser 13 Minuten früher den Bürgerbräukeller verließ.

Er sah die NSDAP “metastasieren” in seinem Heimatort und war mit seiner kritischen Haltung langsam aber sicher allein auf weiter Flur. Nach der Verhaftung seines Freundes wird aus dem eher ängstlichen, ja vielleicht sogar feigen, jungen Mann, ein zu allem entschlossener Attentäter. „Man muss was machen. Und zwar bald und radikal. Direkt gegen die Führung. Irgendjemand muss den Wahnsinn doch aufhalten!“ 

Elser im Verhör

Elser im Verhör

Die GesStaPo konnte es kaum fassen, dass er keine Hintermänner hatte. Sie folterten ihn, denn dieser Einzeltäter passte nicht in das Weltbild der Nazischergen. Nach den Verhören kommt er in die KZs Sachsenhausen und Dachau, wo Georg Elser schließlich auf Befehl Hitlers am 9. April 1945 ermordet wird – nur wenige Tage vor Ende des Krieges.

Ein Film über das sog. “Dritte Reich”, in dem Hitler nicht zu Wort kommt. Aber die schweigende Masse und der vorauseilende Gehorsam eine laute Stimme haben. Die Glorifizierung wie die der “weißen Rose” oder des Stauffenberg-Attentats, welches auch scheiterte, ist ihm nie zu Teil geworden. Ein Bürger, der die Gefahr sieht, auch begreift, dass er fast alleine ist. Er macht sich auf und arbeitet daran, etwas Grausames zu verhindern. Dieser Film zeigt die Ängste, Ängstlichkeit und den Willen, die Zivilcourage, etwas zu ändern.

Elser - das Filmposter

«Elser – Er hätte die Welt verändert»

  • Regie: Oliver Hirschbiegel
  • Produktion: Boris Ausserer, Fred Breinersdorfer, Oliver Schündler
  • Darsteller: Katharina Schüttler, Christian Friedel, Burghart Klaußner, Michael Kranz, Manfred-Anton Algrang, Felix Eitner
  • Drehbuch: Léonie-Claire Breinersdorfer, Fred Breinersdorfer
  • Musik: David Holmes
  • Kamera: Judith Kaufmann
  • Schnitt: Alexander Dittner
  • Laufzeit: 110 min.
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Kinostart: 9. Aril 2015

 

 

Der Trailer zum Film:

Paul Pawlowski
Fotos: TOBIS-Film




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