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Ein Merci für Lebenswerk

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist es, die Jürgen Udo Bockelmann am 8. Mai in Berlin für sein Lebenswerk ehrt. Am 30. September 2014 wird er 80.  Das Klavierspielen brachte er sich selbst bei. Heute ist es sein Markenzeichen. Ein Plexiglasflügel, der bei jedem Konzert aufwendig durch die Lande gekarrt wird. Und natürlich die Zugaben im weißen Bademantel.

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Udo Jürgens und sein Markenzeichen: der Plexiglas-Flügel

Natürlich ist der Künstlername Udo Jürgens geläufiger. “Als Komponist und Textdichter ist es Udo Jürgens gelungen, unvergessliche Melodien mit mal heiteren, mal nachdenklichen und philosophischen Texten zu vereinen – so der Pressetext der GEMA.

Schon sind wir im bildungsbürgerlichen Problemkreis…. Igitt, ein Schlagerfutzi!   “17 jahr – blondes Haar”, “Mit 66 Jahren..”, “Aber bitte mit Sahne”, “Ich war noch niemals in New York..” und sein Grand Prix Sieg mit “Merci, Cheri” im Jahre 1966 dürften vielen im Ohr sein. Seit 2007 gibt es sogar wieder ein Musical von ihm. Sein größter finanzieller Erfolg war “Buenos dias, Argentina mit der bundesdeutschen Fußballnationalelf von 1978.

Genau betrachtet, wollte Jürgen Udo Bockelmann immer nur eines: Seine Musik machen. Dafür überwarf er sich schon in jungen Jahren mit dem Musikverlag.  Ab 1963 arbeitete er eng mit dem Musikproduzenten Hans Rudolf Beierlein zusammen. Dieser erkannte das kompositorische Potenzial und ließ ihn machen. Jürgens nahm den Zeitgeist und die Gesellschaft oft aufs Korn. Titel wie “Ein ehrenwertes Haus” (1975) und “Rot blüht der Mohn” ( 1983) nahmen die Tabuthemen Ehe ohne Trauschein und Drogen aufs Korn. Er schaffte es auch mit dem Titel “Gehet hin und vermehret Euch” auf den Index des Bayrischen Rundfunks. Der Zusammenhang zwischen Papst und dem Bibelzitat war den Bayern aufgestoßen.  In Griechenland ist die übersetzte Version von “griechischer Wein” ein Volkslied geworden.

Seine Lieder wurden u.a. von Howard CarpendaleSportfreunde Stiller, Bing Crosby und Al Martino gecovert. Auch symphonische Kompositionen, wie mit den Wiener Philharmonikern und zwei Musicals gehören zu seinem Schaffenswerk. In einem Pressegespräch Mitte der 1980er Jahre sagte Udo Jürgens auf die Frage, ob er sich inzwischen sehr politisch sieht, dass er ganz den Mund halten müsse, wenn er mit seinen Mitteln nicht diese Themen ansprechen würde.

Schlagerfutzi reicht nicht aus, auch wenn von den mehr als eintausend von ihm komponierten Titeln einige sich zum Ohrwurm entwickelt haben und im reisten Sinne des Wortes Schlager sind. Sie sind eingeschlagen, diese Titel.  “Ich war noch niemals in New York” ist heute als Standardwerk für Chöre anzusehen.  Wie dem auch sei, wenn einige hochverehrte Rockröhren den A… in der Hose hätten, den Bockelmann mit einer Reihe von Titeln zeigt, dann dürften sie die Nase rümpfen.

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Legendär sind die Zugaben von Udo Jürgens im Bademantel

Er ist über Jahrzehnte seiner Idee von Musik treu geblieben und teilt in seiner aktuellen Albumproduktion ebenfalls ganz schön aus. Dieses Mal hat es die Männer erwischt. Selbst ein Seitenhieb auf Ulli Hoeneß kann er sich nicht verkneifen. Apropos Steuer – als er in Schweiz übersiedelte, wurde ihm Steuerflucht vorgeworfen. Ein Strafverfahren hat es nie gegeben und Herr Bockelmann hat erklärt, er habe die Steuerschuld auf einem Sperrkonto hinterlegt.

Vielleicht ist es auch nur “Volksmusik”  mit über 100 Millionen verkaufter Tonträger. Er dürfte gegen eine solche Definition nichts haben.

Paul Pawlowski (pp)

Video: Udo Jürgens mit dem Johann-Strauss-Orchester Frankfurt (Frankfurter Sinfoniker) unter Leitung von Günther Gräf, dem Orchester Pepe Lienhard und dem Studio Chor Frankfurt unter der Leitung von Alexander Muchin bei einem HR-Live-Mittschnitt des Konzerts beim Hessentag 1998 in Erbach.




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