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Sühne als Nonne

Suzanne (Pauline Etienne) im zweiten Kloster

Suzanne (Pauline Etienne) im zweiten Kloster

Frankreich 1765. Das bürgerliche Mädchen Suzanne Simonin (Pauline Étienne) ist jung, hübsch und klug. Als es von seiner Familie dazu gedrängt wird, das klösterliche Gelübde abzulegen, entdeckt es ein lang gehütetes Geheimnis der Mutter (Martina Gedeck), das fortan sein Leben bestimmen wird: Suzanne kam unehelich zur Welt und soll für die Schuld der Mutter sühnen. Widerwillig beugt sich das Mädchen seinem Schicksal. Doch auch hinter Klostermauern bleibt Suzannes Hunger nach Freiheit und Selbstbestimmung ungebändigt und es beginnt ein langer, leidenschaftlicher Kampf gegen vorherrschende Konventionen und religiösen Fanatismus. Suzanne erfährt Heuchelei, Grausamkeit, Gewalt und Verführung. Um ihren Willen zu brechen, unterwirft Mutter Oberin Christine (Louise Bourgoin) sie furchtbaren Erniedrigungen. Suzanne erreicht, dass sie in ein anderes Kloster verlegt wird, wo sie sich jedoch der obsessiven Zuneigung der Mutter Oberin von St. Eutrope (Isabelle Huppert) ausgesetzt sieht…

 Die Neuverfilmung

Suzanne (Pauline Etienne) soll das Ordensgeluebde ablegen

Suzanne (Pauline Etienne) soll das Ordensgeluebde ablegen

DIE NONNE von Regisseur Guillaume Nicloux („Eine ganz private Affäre“) basiert auf dem 1796 posthum erschienenen Roman „La religieuse“ von Denis Diderot, einem Klassiker der französischen Aufklärung. Herausragend besetzt mit Isabelle Huppert („Liebe“), Martina Gedeck („Die Wand“), Louise Bourgoin („Ein freudiges Ereignis“) und der faszinierenden Newcomerin Pauline Étienne in der Titelrolle, ist DIE NONNE ein leidenschaftliches Plädoyer für ein unabhängiges Leben, für Courage und die Kraft, die durch die Gewissheit entsteht, das Richtige zu tun. Dabei war, ist und bleibtDie_Nonne_A4_Oktober das Streben nach einem selbstbestimmten Leben ein universelles Motiv, welches bis heute nicht an Aktualität verloren hat.

Die Klöster Maulbronn und Bronnbach

Das Kloster Bronnbach war, neben dem Kloster Maulbronn, Hauptdrehort für diesen Film. Hier wurden die Chorszenen gedreht, die Zeremonie der Novizinnen, auch Suzannes Nonnenzelle befand sich in diesem Kloster. Im Film sieht der Zuschauer die reich verzierte romanische Klosterkirche mit ihren barocken Altären und Chorgestühl und dem frühgotischen Kreuzgang. 1151 wurde das Kloster Bronnbach im Taubertal von Mönchen des Zisterzienserordens gegründet. Das Kloster betriebeigenen Weinanbau und verfügte über landwirtschaftliche Höfe. Später, im 18. Jahrhundert, entstanden Prachtsäle und eine Orangerie mit zugehörigem Garten. 1803 kam das Kloster Bronnbach im Zuge der Säkularisierung an die katholischen Fürsten zu Löwenstein, die eine Brauerei errichteten. Der Familie zu Löwenstein dienten die Klostergemäuer im 20. Jahrhundert vorübergehend als Wohnsitz. 1986 erwarb der Landkreis Main-Tauber das Kloster und führte umfangreiche Restaurierungen durch. Bis heute dient es noch als Veranstaltungsort für Konzerte, Seminare, Weinproben und Führungen.

kloster

Kloster Bronnbach (oben) und Kloster Maulbronn (unten)

Neben dem Kloster Bronnbach diente das Kloster Maulbronn 5 Tage lang als Drehort. Diese Klosteranlage gilt als die am besten erhaltene Klosteranlage nördlich der Alpen und ist seit 1993 Weltkulturerbe der UNESCO. Sie wurde 1138 durch Abt Dieter und 12 Mönche aus dem Zisterzienserkloster Neuburg im romanischen Stil im Elsass gebaut und 1424 in ein gotisches Kloster umgebaut. Maulbronn gilt als repräsentatives Werk romanischer und gotischer Baukunst. 1556 errichtete Herzog Christoph von Württemberg eine evangelische Klosterschule, die bis heute besteht. Schüler dieser Klosterschule waren u.a. Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse. 1806 wurde das Kloster durch Friedrich I. von Württemberg säkularisiert. Im Jahre 1818 wurde Maulbronn schließlich „Evangelisches Seminar“, welches bis heute besteht und das Anliegen verfolgt, interessierte Jugendliche besonders in den Bereichen Alte Sprachen, Musik und Religion zu fördern. Ein architektonischer Höhepunkt ist der gotische Kreuzgang und die Klausur mit dem imposanten Herrenrefektorium, Laienrefektorium sowie dem berühmten Brunnenhaus. Das Kloster Maulbronn vermittelt die fortschrittliche Architektur der Frühgotik aus Frankreich, welche sich nach Schwaben und ins übrige Deutschland ausbreitete. Die Architektur des Klosters und die von den Mönchen errichtete Kulturlandschaft mit Weinbergen, Bewässerungskanälen und Fischteichen sind bis heute ein authentisches Zeugnis der geistigen und wirtschaftlichen Lebenswelt der Mönche des Zisterzienserordens.

 

“Ein bewegender Film mit großartigen Bildern über ein Thema, das über die Jahrhunderte immer noch aktuell ist. Mit grandioser Besetzung lädt “Die Nonne” zum Nachdenken ein.
Spielfilm.de

 

Die Nonne
(La Religieuse) Ein Film von Guillaume Nicloux
mit
Pauline Étienne, Isabelle Huppert, Martina Gedeck,
Louise Bourgoin und Françoise Lebrun
Eine Produktion von
Les films du Worso – belle epoque films – Versus production
114 min – Frankreich/Deutschland/Belgien – 2012 – 1.85 – SRD
Deutscher Kinostart: 31. Oktober 2013

Sepp Spiegl


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