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Anja Eichbaum: Inselcocktail

Rezension von Dr. Aide Rehbaum

Anja Eichbaum

Der Erstlingsroman von Anja Eichbaum ist ein typischer Regionalkrimi. Die Kulisse bildet Norderney. Daraus ergibt sich schon der Hauptleserkreis: alle, die mal dort gewesen sind und die Insel kennen. Ihnen werden sich die Schauplätze und Geländebeschreibungen erschließen und Leseorte nahelegen. Jedoch auch für den Inselunkundigen sind die Wegbeschreibungen nicht zu ausufernd, sondern für den Fortgang der Geschichte sinnvoll.

Protagonisten sind vier Frauen, die -ohne voneinander zu wissen- alle mit derselben Internetbekanntschaft verabredet sind. Sie gehören zu den Beziehungsgeschädigten, die sich an diese letzte Hoffnung klammern. Kaum sind sie angereist, schneidet ein Sturm die Insel von jedem Verkehr ab.

Die erste Tote, eine der vier Partnersucherinnen, scheint an einem Herzversagen gestorben zu sein, doch als die zweite Urlauberin leblos gefunden wird, liegt der Verdacht nahe, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach klassischer Agatha-Christie-Situation und Methode wird der Fall aufgerollt. Es ist klar, der Mörder ist noch auf der Insel. Der Fall muss geklärt werden, bevor irgendjemand abreisen kann. Das Ermittlerteam entsteht, da keine Hilfe von Festland zu erwarten ist, aus örtlichen Kräften und Touristen. Dass sie alle ungefähr mittleren Alters sind, kommt durch die mit zeit- und alterstypischen Ausdrücken aus der Mode- und Partyszene angereicherte Sprache überzeugend heraus.

In einem zweiten „Erzählstrang“ lässt uns die Autorin an den Gedanken des Täters teilhaben. Er steht vor einem Zeitmanagementproblem, da er erstens den Sturm nicht eingeplant hat und außerdem eine der Damen die Geduld verliert und abreisen will. Die Angst zu viel zu verraten, hat diesen Part bedauerlich knapp gehalten. Das Ende kommt überraschend mit Hilfe eines Lockvogels.

Man spürt die Begeisterung der Autorin über dieses Urlaubsparadies. Was in Partnerbörsen ablaufen kann, ist nachvollziehbar recherchiert und glaubhaft verarbeitet, ebenso das Hobby einer der Frauen: Geocatching, das geschickt in die Handlung eingebaut wird.

Das Buch ist insgesamt ein gelungener Wurf für all jene, die nicht den blutrünstigen Thriller mit psychopatischen Ermittlern sondern eher den gemütvollen Familienkrimi mit Lokalkolorit schätzen.

 

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Inselcocktail

Kriminalroman

406 S. / 12 x 20 cm / Paperback
Juli 2017
sofort lieferbar
ISBN 978-3-8392-2109-9

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Anja Eichbaum stammt aus dem Rheinland, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Als Diplom-Sozialarbeiterin arbeitet sie seit vielen Jahren leitend in der Kinder- und Jugendhilfe. Frühere biographische Stationen wie eine Krankenpflegeausbildung und ein »halbes« Germanistikstudium bildeten Grundlage und Füllhorn zugleich für ihr literarisches Arbeiten. Seit 2015 geht sie mit ihren Werken an die Öffentlichkeit und kann seitdem auf spannende Projekte und Erfolge verweisen (1. Platz für eine Thriller-Kurzgeschichte; Radioveröffentlichungen; Mitwirkung an »Bonn schreibt an Kinderbuch: Ankommen in Bonn«). Aus ihrer großen Liebe zum Meer und besonders zur ostfriesischen Insel Norderney ist nun ihr erster Krimi entstanden.

 




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