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Alghero, die Perle Sardiniens

Die Costa Smeralda mag mit ihren Stränden und Bettenburgen pauschaltouristisches Traumziel sein. Wer aber ein Stück wahres Sardinien entdecken möchte, ist in Alghero besser aufgehoben.

Blick auf die Altstadt von Alghero

Der klapprige 70er-Jahre-Flughafenbus kämpft sich wacker über die Holperstrecke. 20 Minuten später sind wir noch ein paar Jahrhunderte weiter in die Vergangenheit entrückt. Die Altstadt von Alghero, auf einer Halbinsel gelegen, sieht heute nicht viel anders aus als im Mittelalter. Ob wohl auch die genuesische Familie Doria, die im 11. Jahrhundert den Ort befestigt hat, von der Sehnsucht nach Sardinien getrieben wurde?

 Wo sich Katalanisch mit Italienisch vermischt

Schon durch die wunderschöne Lage, an drei Seiten von Wasser umgeben, ist Alghero etwas Besonderes. Die Herrschaft der Doria über das Städtchen war im Jahr 1353 mit dem Einfall der Spanier zu Ende gelebt. König Peter IV. von Aragon hatte es eilig, Genuesen und Sarden zu vertreiben und hier Kolonisten aus Katalonien und Aragonien anzusiedeln. Noch heute zeugt ein katalanisches Wappen an der Stadtmauer von diesen rund 400 Jahren der Fremdherrschaft, viele der Kirchen und Stadthäuser sind spanisch geprägt, und die Menschen in Alghero haben sogar ihre katalanische Mundart bewahrt.

Dicke Mauern umschließen die Altstadt, die auf einem Felsvorsprung liegt. Schmale Gassen und Steinstufen führen zu den Plätzen und Kirchen – der alte Stadtkern ist nicht groß und lässt sich in ein paar Stunden bewundern. Die Bewohner kennen ihre kleine Kostbarkeit und die Wünsche der Gäste und Urlauber. Kein Ort auf der Insel hat so viele Hotels, Restaurants, Cafés sowie Souvenir- und Korallenschmuckläden. Wegen ihrer vielen roten Edelkorallen wird die Küste bei Alghero auch „Riviera del Corallo“ genannt. Zur Saison verdoppelt sich die Einwohnerzahl des Städtchens nahezu. Wer sich hier einquartiert, der mag das quirlige Leben zwischen schönen Palazzi, Kirchen, dem langen Stadtstrand und den zahlreichen lebendigen Piazze.

Einblicke in eine uralte Kultur

Eine dicke Stadtmauer umschließt die Altstadt

Gleichwohl wirkt Alghero nicht wie eine ausgetretene Touristenfalle, denn fast alle Urlauber hier kommen aus Sardinien oder vom italienischen Festland. Wer genug der faulen Tage hat, kann seinen Rucksack packen und in der direkten Umgebung der zehn Kilometer entfernten Nekropole von Angelo Ruju und der Nuraghe Palmavera einen Besuch abstatten. Inmitten weiter Rebflächen schlummern bei Angelo Ruju antike Felskammern aus kalkhaltigem Sandstein vor sich hin, die von den sardischen Ureinwohnern etwa um 3000 vor Christus geschaffen wurden. Insgesamt 38 Gräber, jeweils in mehrere Zellen aufgeteilt, sind hier in den Fels gehauen.

Als Nuraghen bezeichnet man die frühgeschichtlichen Turmbauten der Sarden, deren Ruinen im Zentrum und im Westen der Insel noch vielfach zu finden sind. Sie dienten als Burgen oder als Gräber, mitunter auch als Kultstätten. Wer mit dem Auto von Alghero auf der Straße ss127 zur malerischen Bucht Porto Conte fährt, sollte unbedingt die Palmavera-Nuraghen sehen. Die komplexe Anlage, die in mehreren Phasen erschaffen wurde, zeigt einen Haupt- und Nebenturm, einen Innenhof, eine Bastion in Form einer Ellipse und außerhalb der Turmmauer die Ruinen mehrerer Nuraghen-Hütten.

Ein Muss für jeden Alghero-Besucher ist außerdem ein Ausflug zur spektakulären Grotta die Nettuna am entlegenen Felszipfel Capo Caccia. Die Tropfsteinhöhle zählt zu den schönsten des Mittelmeers. Einige Meter dieses vier Kilometer langen Höhlensystems mit seinen Grotten und Gängen, noch immer wachsenden Stalagmiten und Stalagtiten können bei einer Führung besichtigt werden. Vom Capo Caccia steigt man 654 Stufen zum 20 Meter breiten und acht Meter hohen Eingang der Grotte hinab.

Der schönste Strand liegt in der Stadt

Sonnenuntergang über dem Capo Caccia

Für den Strandurlaub hat die Alghero reichlich Auswahl. Der kilometerlange Stadtstrand ist vielleicht nicht der schönste Küstenstreifen der Korallenriviera, dafür aber von der Stadt gut zu Fuß zu erreichen. Der weiß glitzernde, feine, breite Badestrand lockt mit sauberem Wasser und ist durch Wellenbrecher geschützt. Strandbars, Pizzerien mit Meerblick, Wasserspiele für Kinder, Beachvolleyball sowie Strandliegen- und Sonnenschirmverleih sind ideal für Familien. Vom Mugoni-Strand aus hat man ein tolles Panorama über die sechs Kilometer tiefe Bucht von Porto Conte, am Horizont erkennt man die wuchtigen Felsen des Capo Caccia. Wegen seiner ruhigen Lage in der Bucht ist dieser Strand selbst bei starkem Wind geschützt. Allerdings trüben häufig Algen das sonst klare Wasser.

Spaghetti oder Seeigel?

Das Sandband des Le Bombarde-Strandes wird von einigen Felsen unterbrochen und ist dank des unmittelbar darüber liegenden Parkplatzes leicht zugänglich. Hotels und Strandkneipen dürfen hier ebenso wenig fehlen wie eine Verleihstation von Wassersportgeräten – denn an windigen Tagen pfeift hier eine ideale Brise für Surfer und Segler. Der flache Strand im westlichen Teil ist zudem ideal für Familien. Feinschmecker sollten in Alghero unbedingt „Spaghetti Negro“ probieren – das sind schwarze Spaghetti mit einer noch schwärzeren Meeresfrüchte-Sauce. Ebenfalls eine lokale Spezialität sind Seeigel-Gerichte, bei denen lediglich die cremigen, sternförmig angeordneten und herrlich nach Meeressalz schmeckenden Eierstöcke des Seeigels zum Einsatz kommen. Meeresfisch-Freunde können sich im Juli beim Fischfest im gut 30 Kilometer nördlich gelegenen Porot Torres amüsieren.

Alle Fotos: Sepp Spiegl

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