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5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Einsichten, die Ihr Leben verändern werden

von Bronnie Ware

Bronnie-ware

Bronnie Ware

Die australische Buchautorin Bronnie Ware, Jahrgang 1967, betreute als Palliativschwester todkranke Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens. Ihr bemerkenswertes und sehr persönliches Buch, das sie über diese Erfahrungen schrieb, entwickelte sich zu einem Bestseller und wurde in 27 Sprachen übersetzt.

Mutiger Aufbruch

Mit Ende 20, nach langen Jahren in einer sicheren aber unbefriedigenden Anstellung bei einer Bank in Australien kündigt die Autorin ihren Job und zieht ohne ein bestimmtes Ziel und finanzielle Absicherung durch die Welt, macht erst Station auf einer Südseeinsel, wo sie in einer Bar arbeitet, und landet dann in Surrey im Südosten Englands. Dort arbeitet sie zum ersten Mal in dem Beruf, den sie für mehr als acht Jahre ausüben wird: als Palliativpflegerin – für Todkranke, für Sterbende, für die, die ihren Tod kommen sehen, und die, die nichts davon wissen wollen. Bronnie Ware begleitet ihre Patienten zu Hause in den Tod – und hört in den letzten Wochen, Tagen und Stunden in Gesprächen mit den Sterbenden stets dasselbe Bedauern darüber, nicht das Leben gelebt zu haben, das diese sich gewünscht hätten. Was bereuen wir, wenn unser Leben zu Ende geht und wir nichts mehr rückgängig machen können? Es sind oft die gleichen Dinge, die die Menschen am Ende ihres Lebens bewegen. Von den häufigsten Versäumnissen, die Sterbende am meisten bereuen, sollen hier nur einige aufgeführt werden:

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“

Grace tut jahrzehntelang das, was von ihr erwartet wird: Sie heiratet, kriegt Kinder, opfert sich ein Leben lang für ihren Mann und den Haushalt auf. Auch als ihr Ehemann sie tyrannisiert, arrangiert sie sich mit der Situation. Als ihr Mann in ein Pflegeheim eingewiesen wird, hofft sie endlich ein neues Leben beginnen zu können. Doch innerhalb weniger Monate wird sie todkrank. Sie hadert mit ihrem Schicksal und ringt ihrer jungen Pflegerin das Versprechen ab, „sich niemals von jemandem von dem abbringen zu lassen, was du machen willst“. Nach ihrem Tod schreibt Bronnie Ware: „Es gibt so viele Menschen, die durchs Leben gehen und die meiste Zeit Dinge tun, von denen sie glauben, dass andere sie von ihnen erwarten“.

Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“

B.WareJohn bereut, dass er zu viel darauf gab, was sein Umfeld von ihm dachte, dass Arbeit und Karriere immer das Wichtigste für ihn waren. 15 Jahre hatte seine Frau darauf gewartet, dass ihr gut verdienender Mann in Rente geht, damit sie endlich auf die lang ersehnten Reisen gehen können. Als er schließlich nach endlosen Streitereien einwilligt, blüht sie zunächst auf und beginnt mit den Planungen. Doch bevor es zur Realisierung der Pläne kommt, erkrankt seine Frau und stirbt. Auf dem Sterbebett bedauert er, dass er das wirklich Wichtige, seine Frau und ihre Bedürfnisse, völlig aus den Augen verloren hatte. Vor allem Männer bereuen in ihren letzten Tagen und Stunden, dass sie zu viel Zeit ihres Lebens in der „Tretmühle des Arbeitslebens“ verbracht hätten. Sie grämen sich darüber, dass sie sich viel zu wenig um ihre nächsten Angehörigen gekümmert haben.

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“

Jozsef, 94, ein Überlebender des Holocaust, der nach dem Krieg mit seiner Frau nach Australien zieht, realisiert erst kurz vor seinem Tod, dass er seiner Familie gegenüber nie seine wahren Gefühle gezeigt hat. Er stürzte sich in Arbeit und hielt die Familie auf Distanz. So lebte die Familie ein Leben lang mit einem in sich verschlossenen Unbekannten. „Viele Menschen unterdrücken ihre Gefühle, um des lieben Friedens willen“, sagt die Autorin. „Das führt dazu, dass sie sich in einer mittelmäßigen Existenz einrichten und nie zu dem werden, was sie hätten sein können.“

Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“

„Ich dachte, die Nähe würde immer bleiben, aber das Leben und unsere Geschäftigkeit kamen dazwischen.“ Das enge Verhältnis, das Doris früher zu ihrer Tochter gehabt hatte, geht im Laufe des Lebens verloren. Kurz vor ihrem Tod bedauert die alte Frau, nicht nur die Beziehung zu ihrer Tochter achtsamer gepflegt zu haben, sondern auch den Kontakt zu ihren Freundinnen hat einschlafen lassen. Es sind nicht so sehr die großen Träume wie Weltreisen, schicke Häuser, mehr Sex oder noch mehr Geld, deren Fehlen die Sterbenden bereuen, sondern die versäumten zwischenmenschlichen Beziehungen.
Beim Lesen des Buches entsteht der Eindruck, dass der Großteil der Menschen in einem Gestrüpp aus Alltag, Familienpflichten, Geldverdienen, Karriere und anderen „äußeren Umständen“ festhängt, dass der Weg zu den wirklich wichtigen Dingen versperrt bleibt. Aussagen wie „ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt“, klingen nur scheinbar banal. „Viele Menschen merken erst am Ende ihres Lebens, dass man sich bewußt für Glück und Freude entscheiden kann.“
Aber auch eine tröstliche Erfahrung beschreibt die Autorin: Fast alle Sterbenden finden sich irgendwann mit ihrer Sterblichkeit ab, viele wachsen an dem Unausweichlichen und machen am Ende ihren Frieden.
Trotz des schwierigen Themas Tod enthält das einfach und persönlich geschriebene Buch doch viel Versöhnliches und regt den Leser an, über das eigene Leben nachzudenken und innezuhalten. Denn das Buch wendet sich an die, die noch im Leben stehen und voraussichtlich die Möglichkeit haben, achtsam mit der verbleibenden Zeit umzugehen, um im Idealfall am Ende des Lebens sagen zu können: Non, je ne regrette rien!

 

Ursa Kaumans

Bronnie Ware

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

 Arkana Verlag

 ISBN: 978-3-442-34129-0

 Preis: 19,99 €

 




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