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Jogging-Point

Zwischen Erregung und Lynchstimmung

Journalismus zwischen sozialen Medien und Empörungsrausch

60 Prozent unserer Bürger haben mittlerweile weniger bis gar kein Vertrauen mehr in die Medien. Dieses niederschmetternde Ergebnis hat eine Studie von infratest dimap im Auftrag von DIE ZEIT ergeben: Immerhin besitzenen noch 39 Prozent großes bis sehr große Vertrauen.

Wer erinnert sich bei einem solchen Zerfall der Glaubwürdigkeit von Medien nicht an die unsäglichen Pegida-Parolen wie „Lügenpresse“. In diesem Zusammenhang ist mir in ZEIT-ONLINE ein Essay von Götz Hamann aufgefallen über „Fehler von Journalisten, Leser in Lynchstimmung und die Verantwortung des Publikums“. Ich halte diesen Beitrag für äußerst lesenswert, weil er Spuren nachgeht, die aufzeigen, wie der Journalismus zwischen sozialen Medien und Empörungsräuschen in Presse und Öffentlichkeit an Autorität verliert.

Der Text führt weiter aus: „Steffen Burkhardt, Medienwissenschaftler in Hamburg, erinnert daran, dass durch das Internet zum ersten Mal `Menschen ohne spezifische Qualifikation direkt zu Menschenmassen sprechen und brandmarken können, was sie als skandalös empfinden´. Das ist eine der großen Errungenschaften der digitalen Welt, und sie bewirkt, dass die alte Ordnung – hier die Sender, dort die Empfänger – nicht mehr gilt.“

Der Beitrag zitiert auch den Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Er nennt Medien inzwischen „Erregungsmaschinen“. Im harten Kampf um Aufmerksamkeit laden sie nahezu stündlich dazu ein, sich zu empören…

Nachzulesen unter Journalismus – Wer vertraut uns noch? (zeit.de).


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