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Vorsicht: Abzocke per App!

Die Rechnung für mein iPhone6 mit dem Hinweis der Abbuchung Mitte Dezember kam pünktlich wie immer. Nur die Summe für meine Gespräche war diesmal ungewöhnlich hoch. Da tauchte eine Position auf, die ich mir nicht erklären konnte. 59,00 € für ein Produkt „BOKADPOR/CPI-CTB.“
Die Vodafone-Kundenbetreuung konnte mir auf Anhieb auch nicht helfen, wollte aber Nachforschungen anstellen. Immerhin erfuhr ich, dass es sich um den Händler „B2BL_Boku“ handeln sollte. Zudem nannte man mir eine Transaktionsnummer und die sog. AboID. Ich wußte jetzt aber immer noch nicht wofür und für was sowie durch wen ich in diese Abofalle geraten war.

Zunächst veranlasste ich eine Drittanbietersperre bei meinem Mobilfunkanbieter. Diesen Hinweis fand ich bei der Verbraucherzentrale: “ Kassiert wird über die monatliche Mobilfunkrechnung, über die viele erstmals von dem angeblichen Vertragsschluss erfahren. Möglich macht die Masche das sogenannte WAP-Billing (WAP=Wireless Application Protocol). Dieses ermöglicht das unkomplizierte Bezahlen per Smartphone, da keine Konto- oder Kreditkartendaten angegeben werden müssen. Bereits beim Antippen des Werbebanners wird die Rufnummer des Verbrauchers automatisch übermittelt.

Mit der können die Abzocker den Mobilfunkanbieter ermitteln und einen Zahlungsvorgang für das angebotene Abo auslösen“. Das ist nur mit Hilfe einer
Drittanbietersperre zu verhindern: „Dazu sollten Sie ihren Mobilfunkanbieter auffordern, die Identifizierung Ihres Anschlusses für die Inanspruchnahme oder Abrechnung solcher Abo-Fallen kostenfrei zu sperren„.

Per Email wandte ich mich an die Bundesnetzagentur mit Sitz im Bonner Tulpenfeld. Dort geht man Beschwerden nach und ahndet Missbräuche bei Post-, Elektrizität-, Gas-, Eisenbahnen und Telekommunikation. Online ist es möglich, sein Anliegen auf einem Kontaktformular mitzuteilen.

In der Zwischenzeit ergaben meine Recherchen, dass es sich um den Spieleanbieter holyo.com handeln mußte, der ein Inkasso- Unternehmen mit Sitz in Dresden, dem Boku Customer Service, beauftragt hatte, die 59 € von mir einzutreiben. Boku wiederum wollte auf meinen schriftlichen Widerspruch nicht reagieren und bestand auf die Forderung von 59 €.

Als Mitte Dezember trotz Widerspruch der Betrag von meinem Konto abgebucht wurde, ging ich zur Polizei und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Dort erfuhr ich, dass sich eine eigene Abteilung mit ähnlichen Fällen im Internet befassen würden. Diese Anzeige schickte ich in Kopie an das Inkasso-Unternehmen.

Ende Dezember kam die Nachricht, man würde mir mit einer der nächsten Mobilfunkrechnungen (Jan. oder Febr.) die 59 € erstatten.

 

Clemens Christian Makosch





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