- Anzeige -

Pfandpflicht auf Kondome

Es ist Wahlkampfzeit. Die Karnevalssession läuft auf Hochtouren. Schilda ist eigentlich immer in Deutschland und zu lange schon wartet der unmündige deutsche Bürger auf neue Ge- oder Verbote aus der Politik. Doch auf sowas ist bei uns ja eine ganz besondere Partei spezialisiert. Pfandpflicht? Da geht doch noch was ?

Dosenpfand ist nicht genug

Autor Dietrich Kantel

Angeführt von GRÜNEN Oberökos im Bundesrat soll das Pfandregime in Deutschland weiter ausgebaut werden. Die geltende Verpackungsverordnung und auch die  bei der Bundesregierung  in Arbeit befindliche Novelle ist bestimmten Kreisen einfach zu schlapp.

Früher, also in vorrevolutionären Zeiten bis etwa 2002, war das Pfand das eindeutige Merkmal für Mehrweg-Verpackungen, ebenso konnte man nur Mehrweg-Fla­schen in Kästen kaufen. Das andere war dann Einweg. Damals überwogen die Mehrwegflaschen deutlich die Einweggebinde. Doch dann kam Jürgen Trittin (Spitzname: Dosen Tritt-Ihn).

Die große Trittin-Revolution

Der war früher Maoist im Kommunistischen Bund (KB), 1977 Mitverfasser der Sympathieerklärung zum Mord an Generalbundesanwalt Sigfried Buback (“Klammheimliche Freude) und fliegt heute umweltfreundlich mehrmals im Jahr nach Malle zum Wandern. Unter Rot-Grün wäre er eigentlich gerne Außenminister geworden. Doch da stand ein Fischer davor und so begnügte er sich mit dem zweit wichtigsten Amt in Berlin und wurde Umweltminister.
Die Mehrwegquote war ihm zu gering. Bei Mineralwasser etwa betrug die Quote nur 93 Prozent. Da erschuf Trittin im Jahr 2002 das Mehrwegpfand, vulgo „Dosenpfand“. Nun gab es neben Mehrwegflaschen mit Pfand auch Einwegflaschen mit Pfand und Dosen mit Pfand. Der Erfolg: 10 Jahre nach Tittins Pfandrevolution betrug die Mehrwegquote bei Mineralwasser nur noch beeindruckende 40 Prozent. Dort steht die Quote in etwa heute noch. Mission accomplished.

Der neue Feind heißt Tetrapack

Im Jahre 15 nach Trittin soll das hyperkomplizierte deutsche Einweg-/Mehrwegpfand und –Müllsystem einschließlich Grüner Punkt und Gelbe Tonne hier nicht dargestellt werden. Es würde den Rahmen sprengen. Aber jeder weiß: es ist kompliziert, typisch deutsch mit Ausnahmen von Ausnahmen und die Welt lacht sich über uns schlapp.

Kurz vor den tollen Tagen in den deutschen Karnevalshochburgen forderte der rot-rot-grün dominierte Bundesrat nun von der Bundesregierung dringende Änderungen: bisher freigestellte oder „nur“ vom Grünen Punkt erfaßte Milch- und Saftverpackungen, vorzugsweise im Tetrapack abgefüllt, diese von Minister Trittin hinterlassene Lücke, muß gestopft werden. Pflichtpfand ist geboten! Der Deutsche als solcher kauft einfach zu viel dieser Getränke im Tatrapack. Sogar im Bioladen! Eine Regel muß her. So kann es nicht bleiben. Wo kämen wir da hin. Die Umwelt leidet…

Milliarden Kosten – Der Verbraucher zahlt

Die Industrie ist entsetzt. Wie soll man die vor ranziger Restmilch oder Restsahne stinkenden Tüten entgegen nehmen? Die Rücknahmeautomaten für Flaschen sind ungeeignet. Soll der Verbraucher die Milchtüten aus Tetrapack zuvor einzeln ausspülen? Mit warmem Wasser oder reicht kaltes? Wie sieht dann die Öko-Bilanz aus? Zigtausende neue Automaten müssen entwickelt, gebaut und installiert werden. Das kostet Milliarden. Der Handel wird das auf den Verbraucher abwälzen. 

Apropos Öko-Bilanz in der geltenden Verordnung wird gerade dem Tetrapack eine umweltfreundliche Öko-Bilanz bescheinigt. Gleichwertig mit dem echten Mehrwegsystem. Was braucht´s da eine Änderung?
Und die Industrie beklagt auch einen bedauerlichen Mangel an Fachleuten und Fachkenntnissen unter den Politikern, die solche Dinge in Gang setzen. Soziologie als Kompetenz reicht da einfach nicht aus. Wirtschaftliche, prozeßtechnische und überhaupt (natur-) wissenschaftliche Kenntnisse sind aber bekanntermaßen bei öko-bewegten Poltikern Mangel.

Kondom-Pfand – ein riesen Markt

Aber ist die neue Öko-Pfandinitiative, konsequent zu Ende gedacht, nicht zu kurz gesprungen? Da gibt es doch ein weites Feld von Verpackungen, bei denen der Bürger noch gegängelt und gemolken werden kann.

Nehmen wir mal das Kondom. Letztlich ist das Kondom ja auch irgendwie eine Verpackung. Und der Markt ist riesig. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 241 Millionen Kondome – benutzt oder verbraucht, je nach Sichtweise – jedenfalls verkauft. Wegen diverser Produktbehandlungen ist das Kondom aber nicht ohne weiteres natürlich abbaubar. Entsorgung via Bio-Tonne? Nicht des Inhaltes wegen, sondern der Verpackung wegen: geht gar nicht.

Wenn jede Verkaufsstelle von Kondomen auch zur Rücknahme verpflichtet wird: traumhaft. Hunderttausende neue Rücknahmeautomaten müssen entwickelt, gebaut und deutschlandweit installiert werden. Ein Milliardenmarkt. Wir steigern das Bruttosozialprodukt. Die gebrauchten Kondome können ja schließlich nicht einfach beim nächsten Einkauf an der Kasse abgegeben werden. Oder doch? Vielleicht gespült? Reicht dann kaltes Wasser oder müssen die heiß gereinigt werden? Aber wie sieht dann wieder die Öko-Bilanz aus? Egal. Was sinnvoll ist entscheidet nicht der gesunde Menschenverstand sondern der öko-bewegte Mainstream-Politiker.

Kondom meets Gender

Entscheidend dürfte für den kenntisfreien politischen Protagonisten vielmehr folgende Überlegung sein:
Wenn man, wie jetzt für das Tetrapack-Pfand geplant, je Stück 3 Cent Pfand festsetzt, macht das 723 Millionen Cent, also 7,23 Millionen Euro. Die werden – auch wie bei Tatrapack geplant – „zweckgebunden“ eingesetzt. Also eine neue Quasi-Steuer. Neue Steuern sind immer gut: einmal eingeführt, werden sie nie wieder abgeschafft (siehe Schaumweinsteuer oder Soli).
7,23 Mio. Euro. Damit kann man locker ein neues Amt schaffen; denn Kontrolle muß sein: „Bundesbeauftragte für die Aufsicht über das System des Kondompflichtpfandes“ (BASK).
Das braucht eine Amtsleitung (PräsidentInn) inkl. Anspruch auf Dienstwagen mit Chauffeur , ein funktionierendes Büro und einen Mitarbeiterstab. Für den Anfang dürfte das Budget von 7,23 Mio. Euro reichen. Später wird mit Zuschüssen aus Brüssel weiter aufgestockt. Denn das neue Pfandsystem ist ein Leuchtturmprojekt europäischer Innovationskraft, vorbildlich für alle Länder der EU.

Außerdem wird ein Beschäftigungsproblem gelöst:
AbsolventInnen sinnloser Gender-Master-Studiengänge kommen in Lohn und Brot.

Das sei alles nur Phantasie? Abwarten: Nichts ist unmöglich. Deutschland.

Alaaf und Helau

Dietrich Kantel

 




--- ANZEIGE ---

Diesen Artkel versenden Diesen Artkel versenden