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Der böse, böse Diesel

Autor Dietrich Kantel

Der deutsche Öko-Mainstream hat ein neues Feindbild: den Diesel. Obwohl, neu ist das Feindbild nicht wirklich. Denn gemeint ist das Auto schlechthin. Und das ist Feindbild Nummer Zwei, seit die GRÜNEN sich erfunden haben. Nummer Eins war Atomkraft. Die ist, Merkel eingedenk, praktisch aber abgeschafft. Es gilt: Auto schlecht, Fahrrad gut. ÖPNV gut, Individualverkehr schlecht. Zu Fuß ist top. ÖPNV steht übrigens für „Öffentlicher Personen Nahverkehr“. Das ist da, wo man sich dreimal im Jahr den grippalen Infekt holt oder nachts auf die Fresse kriegt. Doch dieser Diesel. Der ist ganz schlimm. Weil: Stickoxyd !

Keine Frage: deutsche Automobilhersteller – nicht alle – haben getrickst. Mit dieser Software. Die erkennt, ob man im Labor fährt oder draußen, also „in echt“. Andere haben auch getrixt. In Frankreich, in Italien, wohl auch in China, Japan, Südkorea oder wo sonst außerhalb der USA noch Autos mit Dieselantrieb gebaut werden. Randbemerkung: so eine tolle Software konnten noch nichtmal die Amis.  Nirgendwo aber exekutiert man dieses Thema des Beschisses am Verbraucher so selbst zerfleischend wie in Deutschland. Das ist typisch deutsch, spätestens seit Richard Wagner: Deutschsein heißt nicht nur, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun, sondern (Kurt Tucholsky) um ihrer selbst willen übertreiben. Auch wenn das zum eigenen Untergang führt. Das hatten wir schon mal…

Marode US-Autoindustrie

Aufgedeckt wurde der Beschiss zuerst in den USA. Da werden zwar bei PKWs wenig Dieselmotoren verkauft. Aber die waren sparsam und bliesen im Vergleich zu den Ami-Schlitten weniger Abgase in die Umwelt. Und außerdem waren die entsprechenden deutschen Modelle absolut hip bei den Besserverdienenden. Das war der US-Autoindustrie, die technologisch seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts hoffnungslos hinterherhinkt und deswegen insbesondere in den End-90ern und Anfang 2000er-Jahren wiederholt vor dem wirtschaftlichen Kollaps stand , ein Dorn im Auge. Also hat man sich die Germans über Anwaltskanzleien und mit Industriespionen investigativ vorgeknöpft. Was herauskam, ist bekannt. Die US-Autobranche klopft sich seither die Schenkel und kann sich vor Lachen gar nicht mehr halten. Derweil produzieren sie, von Tesla abgesehen, weiterhin ihren veralteten Schrott mit (Benzin-)Motoren, die ein Vielfaches an Abgasen verblasen, verglichen zum mageren Diesel. Mission accomplished.

Kaum bekamen deutsche sogenannte Umweltschützer Wind von der Sache, erkannten sie, dass sie endlich wieder etwas in der Hand hatten, um ihr vormaliges Feindbild Nummer Zwei zur Nummer Eins aufzublasen. Also jetzt noch vor Atom, Chlorhuhn und Laktose. Seither läuft ein Öko-Hype gegen eine der Grundfesten der deutschen Industrielandschaft. Und das ist die Autoindustrie. Dass GRÜNE Helikoptermütter ihre Brut schon länger vorzugsweise im Diesel-SUV morgens zur Kita oder Schule chauffieren, wird dabei verdrängt. Und komischerweise verlangen die auch vor allem eins nicht: ein Dieselverbot.

Das böse Stickoxyd

Nun kommen wir mal zum Kern der Aufregung. Und das ist der tatsächlich oder auch nur vermeintlich zu hohe Ausstoß der (manipulierten) Dieselmotoren an Stickoxyden. Denn diese Stickoxyde sind ja böse.

Böse war allerdings bisher nicht der geringe Verbrauch der Dieselmotoren und der damit verbundene geringe Ausstoß an CO2. Der war gewünscht und anders war eine Reduktion des CO2-Ausstoßes nach den Vorstellungen der Klimaretter auch kaum zu erreichen. Aber da war halt die Sache mit den Stickoxyden. Und mit denen hat es so eine Bewandnis:
Die entsprechenden Grenzwerte wurden EU-weit niemals wissenschaftlich fundiert fixiert. Die Festsetzung erfolgte nach rein politischen Gesichtspunkten und durch Mehrheitsbeschluss. Wissenschaftsbeweis und Mehrheitsentscheidung schließen sich allerdings grundsätzlich aus. Weiß eigentlich jedes Kind. Expertenmeinungen zufolge spielte dabei eine wichtige Rolle, dass die Konkurrentenstaaten in der EU, die auch nennenswerte Automobilindustrie vorzuweisen haben, die Werte des Ausstoßes je Einzelfahrzeug möglichst niedrig halten wollten, um ihrer überwiegenden Kleinwagenproduktion gegenüber den „fetten“ deutschen Premiumfahrzeugen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

So konnte es kommen, dass in deutschen Büros die Grenzwerte für Stickoxyde deutlich höher liegen, als es die entsprechenden (EU-)Verordnungen beispielsweise für die Innenstadtlage der Stuttgarter Innenstadt in Freiluft vorschreiben.

Vergangenheitsbewältigung durch Dieselverbot

Nachdem entgegen früheren Prognosen der deutsche Wald nicht starb, die Weltmeere nicht endgültig „umgekippt“ und wir alle auch noch nicht hoffnungslos atomar verstrahlt sind, dürfte auch der Böse-Diesel-Hype gewiss im Orkus der politischen Aufgeregtheiten deutscher Befindlichkeiten verschwinden.

Und dass selbst die fragwürdig überhöhten Stickoxydgrenzwerte beim Ausstoß für moderne Dieselmotoren eingehalten werden können und auch schon bisher eingehalten wurden, beweist zumindest ein bedeutender PKW-Hersteller mit Hauptsitz in München.

Müssen wir denn immer die Oberbesten sein? Vergangenheitsbewältigung durch Dieselverbot ?

Selbst die Baden-Württembergische Staatsregierung sieht das unter ihrem GRÜNEN Ministerpräsidenten inzwischen anders. Sie hat gegen das verwaltungsgerichtliche Dieselverbot in der Stuttgarter Innenstadt nunmehr Rechtsmittel eingelegt.

Dietrich Kantel

P.s.

Selbstverständlich wurde dieser Meinungsbeitrag von keinem Hersteller oder Zulieferer aus der Automobilindustrie unterstützt.




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