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Das ist der Gipfel

Autor Dietrich Kantel

2.000 Arbeiter errichten und demontieren in den kommenden Wochen zwei zweistöckige und neun Meter hohe Hallenkomplexe mit 55.000 Quadratmetern Nutzfläche im Park der Bonner Rheinaue. 25.000 Teilnehmer aus aller Welt werden erwartet. Die einstige Bundeshauptstadt – „A small town in Germany“ – bereitet sich auf den nächsten Weltklimagipfel vor. Turnusgemäß müsste die Pazifikrepublik Fidschi die Konferenz ausrichten. Doch das kann dieser Staat (knapp 900.000 Einwohner) gar nicht. Ein anderes asiatisches Land mochte nicht einspringen. Da musste Bonn als Sitz des UN-Klimarates erneut für diese Mammutkonferenz herhalten.

Die Stadtoberen der jetzigen „Bundesstadt“ – quer durch die Parteien – geben sich ob dieser zweifelhaften Ehre durchweg bedeutungstrunken. Endlich kann das überdimensionierte „World Conference Center Bonn, WCCB“ (5.000 Plenumssitze inkl. multilingualer Simultanübersetzung)  vom 6. bis 17. November einmal zeigen, was da so geht. Harrt doch der defizitäre Komplex, in der Ägiede einer SPD-Oberbürgermeisterin, gelernter Lehrerin und heutiger Präsidentin der Welthungerhilfe in eine 200 Mio-Euro-Pleite geritten, dringend internationaler Rechtfertigung.

Buntes Event, steuerfinanziert

Deutschland, also der deutsche Steuerzahler, sponsort allein via Umweltministerium mit mindestens 70 Millionen Euro diese bunte, internationale Zusammenkunft von Berufsdeligierten aus 197 Vertragsstaaten. Es handelt sich dabei um Vertreter von Lobby-Gruppen der Umweltbewegung, so genannte NGOs,  anerkannte und weniger anerkannte Wissenschaftler, um selbst ernannte „Spezialisten“ und solche Menschen, die sich einfach berufen fühlen, bei der Klimarettung „dabei“ zu sein. Die Vollkosten – zwischen Stadt und Land noch nicht abschließend geklärt – dürften ein Vielfaches höher auskommen.

Während Bonner Bürger die in Deutschland höchsten Ticketpreise für den Öffentlichen Nahverkehr berappen müssen, haben die Konferenzteilnehmer während der knapp zweiwöchigen Veranstaltung „freie“, nämlich kostenlose Fahrt – für welchen Zweck auch immer. Und während die Konferenzteilnehmer und der internationale Medientross die improvisierten Großhallen im Rheinauenpark belegen, bleibt diese Naherholungsstätte für die Bonner Bürger von Ende August bis in den Dezember hinein weitgehend gesperrt. Entspannung oder Erholung muss der Bonner da CO2-trächtig außerhalb der Stadtmauern suchen.

Niemand hinterfragt wirklich, worin der Nutzen bestehen soll, dass letztlich 25.000 bunt zusammengewürfelte Menschen, in der überwiegenden Mehrzahl ohne fachspezifische Kenntnisse oder Qualifikation, dafür aber im Innersten tief klimabewegt aus der ganzen Welt herbeiströmen, um das Klima wieder einmal zu retten. Es ist auch nicht bekannt, dass das Gros der Teilnehmer klimafreundlich per pedes, Fahrrad, Segelboot oder sonst unter Nutzung „erneuerbarer“ Energien anreisen wird. Da muss die CO2-Bilanz einfach mal hintan stehen.

CO2: einfach mal nicht so eng sehen

Überhaupt geht es bei dieser COP23 Weltklimakonferenz zentral um die weltweite Reduzierung des Treibhausgases Kohlendioxid. Wie hoch der CO2-Ausstoß des Gesamt-Events zu beziffern ist durch die Auf- und Abbauten sowie für den Betrieb und sämtliche damit zusammenhängenden Veranstaltungen, Transporte und Verkehrsbewegungen, wissen die Veranstalter „noch“ nicht. So wußte etwa der Bonner Generalanzeiger zu berichten, dass die Heizungsanlagen der provisorischen Veranstaltungsgebäude „aus technischen und finanziellen Gründen“ nur mit Öl betrieben werden können. Und da habe selbst Jochen Flasbarth, seines Zeichens beamteter Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Ex-Chef des Bundesumweltamtes und Zögling des ideologiegetriebenen Ex-Bundesumweltministers Trittin, „schlucken“ müssen, wie er dem GA anvertraute.

Doch Absolution ist bereits angekündigt: Im Rahmen des Europäischen Umweltgütesiegels EMAS würden – laut Flasbarth – alle wesentlichen Umweltaspekte der Konferenz ermittelt, um einerseits die Umweltbelastung „so gering wie möglich zu halten“. Und „am Ende“ werde die Konferenz , klimaneutral verlaufen, „weil sämtliche, unabwendbaren CO2-Emmissionen durch zusätzliche Klimaprojekte weltweit kompensiert werden sollen“, so der Staatssekretär.

Ablasshandel a.D. 2017

Angesichts solcher Zusagen, brauchen sich allerdings weder Veranstalter noch der einfache Konferenzteilnehmer Sorgen zu machen: der so geartete globale Ablasshandel garantiert das kollektive wie auch das individuelle Seelenheil des Klimagewissens.

Und da war noch was.

In Umwelt- und politischen Kreisen in Bonn und Berlin wird gemunkelt, dass eine erfolgreiche Klimakonferenz sich nicht zuletzt für Herrn Flaßbarth überaus lukrativ auszahlen würde. Sie wäre für ihn wohl der letzte noch fehlende Ritterschlag, um den Deutschen endgültig ins Amt und an die Spitze des Umweltamtes der Vereinten Nationen zu hieven.

Kostenpunkt für Deutschland: mindestens 70 Millionen Euro.

 

Dietrich Kantel




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