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Causa finita: Gendermainstreaming

Nach meinen aktuellen Recherchen zu dem Thema „Gendermaintreaming“ drängte sich eine Parallele zur Bankenrettung auf. Jeder kennt noch die hilflose Stammelei von Bundestags-Abgeordneten auf die Frage, welche Höhe nun die Rettungschirme haben. Eine absolute Ahnungslosigkeit zeigte sich auf eine erschreckende Weise. Lobbyisten hatten ganze Arbeit geleistet, dass die MdB´s ohne besondere Sachkenntnis alles durchwinkten, was als alternativlos dargestellt wurde.

Paul Pawlowski

Paul Pawlowski

Gendermainstraming hat dieses Phänomen schon in 1980er Jahren exerziert. Die 3. UN-Weltfrauenkonferenz 1985 in Nairobi diskutierte die Theorie, die über die Pekinger Konferenz dann in den Amsterdamer Vertrag (1997/99) als Konzept der EU-Gleichstellungspolitik einging. Ein Insider im Europaparlament gibt allerdings an, es würden nur maximal fünf Prozent der Abgeordneten etwas mit dem Begriff  „Gendermainstreaming“ anfangen können. Diese Genderideologie hat es geschafft, einen völlig neuen Begriff der Politik unterzujubeln. Der Clou besteht darin, nicht das biologische Geschlecht zur Gleichberechtigung heranzuziehen, sondern ein gedachtes soziales. Die Aufspaltung des englischen Terminus Sex (Geschlecht) in einen biologischen (Sex) und soziologischen (Gender) war der Clou. Die Genderwissenschaft (inzwischen durchaus mit dem Ruf einer Pseudowissenschaft) hat dann erklärt, nicht die Biologie und die Erziehung gestalteten die Geschlechterrollen, sondern ausschließlich die Erziehung.

Geschlecht hat sich emanzipiert

Der Sex hat sich vom Gender inzwischen emanzipiert. Eines der prägnantesten Beispiele ist in Norwegen zu finden. Zwanzig Jahre lang war dieses Land einer der Vorreiter der Gendermaintreaming-Forschung. Nach dem Film in 2012 von Harald Eia mit dem Titel „Gehirnwäsche“ kam freilich eine Diskussion in Gang. Eine der Folgen war: Das „Nordic Gender Institute“ in Oslo gibt es nicht mehr. Die Förderung von bis zu 20 Millionen Dollar wurde eingestellt. Die im Film angeführten Studien belegen auch, je mehr Gleichberechtigung, desto weniger Frauen wollen einen technischen Beruf ergreifen. Bei einer weiten Freiheit in den Wahlmöglichkeiten entscheidet nicht der Job, der die besten ökonomischen Ergebnisse verspricht über die Berufswahl.

Eine Studie es amerikanischen Psychologen Prof. Richard Lippa mit 200.000 Männern und Frauen in 53 Ländern nach ihren Arbeitsprämissen brachte interessante Ergebnisse. Männer gaben mehrheitlich an, mit Objekten arbeiten zu wollen, Frauen hingegen mit Menschen. Dieses zog sich durch alle Länder und Kulturen. Der britische Wissenschaftler Simon Baron-Cohen machte ein Experiment mit Säuglingen. Er zeigte ihnen einen mechanischen Gegenstand und ein Gesicht. Das Ergebnis dokumentiert, Jungen schauen sich Objekte länger an als Mädchen. Mädchen lenken ihre Aufmerksamkeit länger auf Gesichter. Dieses schon am 1. Tag nach der Geburt. Eine „Schock-Sozialisierung“ kann man wohl getrost ausschließen.

Die Ignoranz biologischer Faktoren auch in der deutschen Gender-Forschung ist erschreckend. Hier wird alles als „rückwärtsgewandt“, ideologisch oder wissenschaftlich schlecht erarbeitet abgetan, was auf die biologische Rolle hinweist. Es ist aber still geworden in der öffentlichen Diskussion um Gendermainstreaming. Auch ehemalige vehemente VerfechterInnen (man beachte das leidige Binnen-I) sind sehr zurückhaltend in dieser Sache. Eine notwendige Emanzipation wird niemand mehr ernsthaft anzweifeln. Eine Gleichstellung der Geschlechter ist überfällig. Bildung, sexuelle Ausbeutung und Bezahlung sind dabei die vordringlichen Aufgaben.

Eine politische Geschlechtsumwandlung war angedacht. Eine politische Konsequenz des Feminismus könnte man meinen. So berechtigt die Anliegen der feministischen Bewegung indes waren und sind – die Zeit der ideologischen Grabenkämpfen ist vorbei. Inzwischen brauchen wir „Jungenbeauftrage“ an Schulen, und die Polizei vermerkt eine erschreckende Anzahl von äußerst brutalen weiblichen jungen Tätern. Der Bericht des  Landeskriminalamt NRW aus 2011 zeigt diese Tendenz. Hier wird allerdings eine Theorie herangezogen, die umstritten ist. Die sogenannte Dunkelfeldauflösung – also vermehrt Anzeigen gegen junge weibliche Straftäter aus einem Bereich, der vorher nicht angezeigt (Dunkelfeld) wurde. Selbst wenn man dieses Ergebnis ansieht, ist festzustellen, es fand fast eine Verdoppelung der Anzeigen gegen weibliche Täter statt (von 15,7 auf 27,8 Prozent).

Als Gründe werden angeführt, dass es vornehmlich Konfliktbewältigungen aus dem familiären Umfeld und eine durchaus fehlgeleitete Emanzipationsidee sind. Gewalt als Lösung von Konflikten und das Recht darauf. Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, die Grundlagen liegen in gesellschaftlichen Strukturen, die solche Reaktionen hervorrufen.

 WC-Lösung zum Thema Gender

Eine Stilblüte dieser Theorie bekommt jetzt Platzreife. Gender-Toiletten werden in Berlin eingeführt. Auch für die Menschen, die sich zwischen den Geschlechtern nicht entscheiden können oder wollen. In den öffentlichen Gebäuden des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg gibt es bald Unisex-Toiletten – zusätzlich zu denen für Männer und Frauen. Da kommt die nächste Diskriminierungsdiskussion auf uns zu. Hoffentlich keine Spanner-Diskussion….

Im Cicero-Online fand ich einen Leserkommentar, den ich hier gerne zitiere: „Spätestens, wenn sich die Bürgerinnen (= Menschen mit Menstruationshintergrund) in den Unisextoiletten auf vollgepinkelte KlobrillInnen setzen müssen, werden sie merken, dass GeschlechterInnentrennung keine soooo falsche Sache ist...“

Paul Pawlowski

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    „Ohne gesellschaftliche Diskussion und Legitimation, ohne Parlamentsbeschluss. Da sitzt es jetzt, gekommen, um zu bleiben – und wir zahlen alle fleißig mit“. Gemeint ist die Lehrer von der Vielzahl der Geschlechter, das „Gendermainstreaming“, wovon die Journalistin und Autorin Birgit Kelle sagt, dass sich hier eine absurde, steuerfinanzierte Ideologie unter pseudowissenschaftlichem…
    Tags: für, geschlechter, ohne, um, noch, schon, war, statt, über, frauen


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