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Brave New World

Brave New World

Dietrich Kantel

 

Die größten Schlächter der Weltgeschichte, Robespierre, Hitler, Stalin, Mao, Pol Pot haben es trotz perfider Anstrengungen nicht geschafft: Ehe und Familie, der Urvertrauensanker in der Entwicklung der Menschheit hat alle Anfeindungen, alle Versuche, diesen Kern gesellschaftlichen Zusammenlebens auszuradieren überlebt. Bis heute. Bis heute ?

Schleichender Prozess

Doch es scheint ein schleichender Prozess Platz zu greifen, der diesen Zusammenhalt unserer Zivilgesellschaft unterminiert, aushöhlt. Am Ende bleibt nur noch eine inhaltsleere Hülse, auch wenn Politiker jeder Couleur vorgeben, die Familie zu fördern.

Ehen geht man heute vorzugsweise auf  Zeit ein, für Lebensabschnitte. Könnte ja sein, dass der Gatte nur für einen bestimmten Abschnitt taugt. Am besten schließt man zuvor einen Ehevertrag. Macht ein Ehegatte zu viel Stress, hat man dann die passende Ausstiegsklausel jederzeit griffbereit. Der eine trage des anderen Last gilt nicht mehr, ist im Zweifel zu anstrengend. Oder der Trauschein bleibt gleich ganz weg. Der andere heißt dann nicht mehr „mein Mann“, „meine Frau“, sondern ist „Partner“, „Partnerin“. Das klingt auch schön geschäftlich, halt ökonomisch durchgeplant. Und ökonomisch müssen alle Lebensbereiche heute schon sein. Heil dem Homo Oeconomicus.

Arbeit ohne Lohn gilt nicht mehr viel in unserer Gesellschaft. Häusliche Leistungen, Kindererziehung- da unbezahlt – stehen nicht mehr hoch im Kurs. Ganz abgesehen davon, dass ein Alleinverdiener eine Familie mit zwei oder drei Kindern auskömmlich ernähren könnte, heute kaum noch darstellbar ist. Die Mieten steigen ständig, und die sogenannten „Nebenkosten“ für Heizung und Strom galoppieren davon. Energiewende sei Dank. Da sind auch bei Gutverdienern von einem Familienbudget rasch 40 Prozent futsch und dann hat man noch nicht gegessen, hat sich noch nicht gekleidet. Urlaubsreisen entfallen zunehmend, oder es sind mehr als zwei Wochen nicht mehr drin. Deswegen muss ein zweites Einkommen her.

DDR 2.0

Damit das geht, müssen die Kinder möglichst früh aus dem Haus, in die „Kita“. Und später am besten in die Ganztagsschule. Die Familie wird auf den Schlafplatz für unseren Nachwuchs reduziert. Das „wirkliche“ Leben findet anderenorts statt, nicht zu Hause. DDR 2.0 eben. Das ist gut so in den Augen derer, die von einem allzuständigen Staat als Rundumversorger träumen. Nur er kann nämlich für eine gerechte Gesellschaft sorgen. So kommen die lieben Kleinen frühzeitig in die Hände von Profis. Die haben das Erziehen wenigstens amtlich bescheinigt gelernt. Und diese Profis erziehen korrekt. Unser Nachwuchs  muss nicht länger in den Fängen von ungelernten, dilettierenden Eltern verkümmern, die zudem im Generalverdacht stehen, dass sie ihre Kinder wohlmöglich nicht gesellschaftskonform erziehen. Ist das denn nicht schön: Eltern endlich von jeglicher Verantwortung befreit. Für viele Sozialingenieure die höchste Form von Freiheit.

Um den Druck im Sinne des Doppelverdienens weiter zu erhöhen, wollen solche Verkünder des Fortschritts im deutschen Steuerrecht auch das Ehegattensplitting abschaffen.  Damit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche erledigt: Auch die letzten renitenten Ehepaare, die sich wohlmöglich freiwillig auf Dauer oder auch nur vorübergehend für einen Alleinverdienerhaushalt entschieden haben, um ihre Kinder in der eigenen Familie groß zu ziehen, werden in den Doppelverdienerstatus genötigt, weil´s sonst fürs Leben nicht mehr reicht. Das bringt dem Staat mehr Steuereinnahmen. Mit diesen Steuergeldern kann dann die staatlich bevormundende Ganztagsbetreuung weiter ausgebaut und die gesellschaftskonforme Aufzucht der nachwachsenden Generation noch besser gewährleistet werden.

Schutz von Ehe und Familie

„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“. So sagt es das Grundgesetz wörtlich. Seit Menschengedenken stand Familie für Zusammenhalt, Schutz, Liebe, Verlässlichkeit, Vertrauen, Kontinuität. Solche Werte scheinen in einer modernen Gesellschaft nicht mehr gewünscht. „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“, wusste schon Erich Honecker. Brave New World.

Dietrich Kantel

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