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Weltmeisterliche Arterien

Indigene Ureinwohner zeigen uns den Weg gegen Verkalkung

Kommt das Alter, kommt zumeist auch die Verkalkung. Nicht so bei den Angehörigen des Tsimane-Stammes. Sie leben in Bolivien am Amazonas. Ihre Adern sind auch im Alter von 80 Jahren überwiegend sehr geschmeidig – etwa so wie bei Mitfünzigern in den USA.

Bei einer Arteriosklerose verringert sich die Elastizität der Gefäße durch Ablagerungen.

Und wie schaffen die das? Ganz offensichtlich ernähren sie sich sehr gesund. Dreiviertel ihres Speiseplans sind Kohlehydrate und Ballaststoffe. Konkret: Reis, Maniok, Kochbananen, Mais, Nüsse und Früchte. Dazu kommt: Wenig Proteine durch Fleisch und Fisch und natürlich wenig Fett.

Sitzen – nur zehn Prozent am Tag

Also haben diese Ureinwohner offensichtlich hochmoderne Essgewohnheiten. Vergleichsweise sind wir in Industriestaaten so gesehen eher ernährungsbedingte Entwicklungsländer.

Noch eins machen die Tsimane-Bürger viel besser als wir. Sie bewegen sich extrem viel. Während wir im Schnitt die Hälfte des Tages sitzen, ruhen die Amazonas-Bewohner sich am Tag nur zu zehn Prozent aus.

Das sind Ergebnisse einer Studie von US-Forschern. Sie haben 705 Probanden des Tsimane-Stammes im Alter zwischen 40- bis 94 Lebensjahren untersucht und berichten darüber in der Fachzeitschrift „The Lancet“.

Bündel aus Genetik und Lebensstil

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert

Vor vorschnellen Verallgemeinerungen warnen aber deutsche Wissenschaftler. So verweist Heribert Schunkert, Deutsches Herzzentrum München und Wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Herzstiftung, darauf, dass Arteriosklerose nach heutigen Erkenntnissen unterschiedliche Ursachen haben kann: „Es ist immer ein ganzes Bündel verschiedener Aspekte“ und wohl eine Mischung aus genetischer Veranlagung und Lebensstil, die sich bei dieser Alterserkrankung wechselseitig beeinflussen.

Der Münchner Kardiologe stellt schlicht und einfach fest: „Die Studie erinnert daran, wie wichtig natürlicher Lebenswandel ist.“

Und dann noch das Testosteron

Natürlich müssen wir nicht wieder Jäger, Gartenbauer und Sammler werden wie das indigene Volk. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Tsiname-Männer nur ein Drittel des Männlichkeitshormons Testosteron haben wie Männer in Industrienationen. Also 1:0 für die Männer der Industriegesellschaften?

Leider nein. Denn evolutionär ist es sinnvoller, im Dschungel nicht alle Kraft für den männlichen Muskelaufbau zu vergeuden. Denn viel stärker ist andauernd das Immun-System damit gefordert, vielfache Entzündungen abzuwehren. Und die Wissenschaft setzt noch einen drauf: Die Entwicklung bei Männern in modernen Gesellschaften ist evolutionär gesehen wohl eher eine Anomalie…Also doch wieder 1:0 für die Tsimane.


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